Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebiets für den Wirkstoff Aflibercept. Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet: „Behandlung erwachsener Patienten mit Visusbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems.“
Es wird davon ausgegangen, dass Patienten mit einer Visusbeeinträchtigung aufgrund eines diabetischen Makulaödems eine Beteiligung der Fovea aufweisen.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA Ranibizumab bestimmt.
Der pharmazeutische Unternehmer legt einen adjustierten indirekten Vergleich vor, in dem 2 Studien mit Aflibercept-Intervention mit 2 Ranibizumab-Studien über den Brückenkomparator Laserfotokoagulation verglichen werden.
In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse der für den indirekten adjustierten Vergleich herangezogenen Studien liegen bei den Endpunkten der Kategorien „Mortalität“, „Lebensqualität“ und „Nebenwirkungen“ keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Aflibercept und Ranibizumab vor. In der Kategorie „Morbidität“ zeigen sich in den vorgelegten Effektmaßen zur Sehschärfe zwar vereinzelt statistische Signifikanzen, in der Gesamtschau der Ergebnisse jedoch keine konsistenten, klinisch relevanten Unterschiede zwischen Aflibercept und Ranibizumab. Auch in Bezug auf den Gesundheitszustand (EQ-5D-VAS) liegen keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen Aflibercept und Ranibizumab vor.
Ein Zusatznutzen von Aflibercept gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie Ranibizumab ist somit nicht belegt.