Ergebnis auf einen Blick

Zusatznutzen

Gering

Aussagesicherheit

Anhaltspunkt

Mortalität
Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Morbidität
Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Lebensqualität
Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nebenwirkungen
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
So lesen Sie die Symbole
  • ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
  • ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • n.b.: nicht bewertbar
  • Ø Es liegen keine Daten vor

Anwendungsgebiet

Darzalex als Monotherapie ist indiziert für die Behandlung erwachsener Patienten mit schwelendem multiplen Myelom, die ein hohes Risiko zur Entwicklung eines multiplen Myeloms haben.

Patientengruppe

Erwachsene mit schwelendem multiplen Myelom und hohem Risiko für die Entwicklung eines multiplen Myeloms

Zusatznutzen

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Daratumumab gegenüber beobachtendem Abwarten:

Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.
  • Beleg
  • Hinweis
  • Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
  • Erheblich
  • Beträchtlich
  • Gering: Bisher nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Verringerung von nicht schwerwiegenden Symptomen, relevante Vermeidung von Nebenwirkungen
  • Nicht quantifizierbar
  • Ist nicht belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätPositiver Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitVorteil im Gesamtüberleben.
MorbiditätPositiver Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitVorteile in den Endpunkten Schmerzen und Dyspnoe.
LebensqualitätPositiver Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitVorteile in den Endpunkten globaler Gesundheitsstatus und emotionale Funktion.
NebenwirkungenKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.

Aktiver Wirkstoff

Daratumumab

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Beobachtendes Abwarten

ICD-Codes

Diagnosen

  • Multiples Myelom
  • Multiples Myelom in kompletter Remission
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Daratumumab als Monotherapie zur Behandlung von Erwachsenen mit schwelendem multiplen Myelom, die ein hohes Risiko zur Entwicklung eines multiplen Myeloms haben.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA „Beobachtendes Abwarten“ bestimmt. Der pharmazeutische Unternehmer hat für die Nutzenbewertung Ergebnisse des präspezifizierten Datenschnitts vom 01. Mai 2024 der laufenden offenen, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studie AQUILA vorgelegt, in der Daratumumab als Monotherapie gegenüber beobachtendem Abwarten verglichen wird.

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil für Daratumumab im Vergleich zu beobachtendem Abwarten. Allerdings bestehen relevante Unsicherheiten hinsichtlich der Übertragbarkeit dieses Ergebnisses der Studie AQUILA auf die Versorgungsrealität. Diesbezüglich zeigt sich in den Subgruppenanalysen eine Effektmodifikation durch das Merkmal „Region“. Dabei zeigt sich für die Subgruppe der Patientinnen und Patienten in der Region „Westeuropa und USA“ kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen Daratumumab und beobachtendem Abwarten. Des Weiteren ist hinsichtlich der Angaben zu den Folgetherapien davon auszugehen, dass die Folgetherapien in der Studie AQUILA den aktuellen Versorgungsstandard nur unzureichend abbilden. Neben diesen Unsicherheiten basiert das statistisch signifikante Ergebnis im Endpunkt Gesamtüberleben auf einer geringen Anzahl an Ereignissen in beiden Studienarmen zum Zeitpunkt des vorliegenden Datenschnitts.

In den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen Ergebnisse zur patientenberichteten Symptomatik (EORTC QLQ-C30; Symptomskala „Krankheitssymptome“ des EORTC QLQ-MY20), zum Gesundheitszustand (EQ-5D VAS) und zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität (EORTC QLQ-C30; Funktionsskala „Zukunftsperspektive“ des EORTC QLQ-MY20) vor.

Die Ergebnisse des EORTC QLQ-MY20 werden aufgrund der selektiven Erhebung einzelner Skalen nicht für die Nutzenbewertung herangezogen.

Insgesamt ergibt sich für die Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität unter Berücksichtigung der statistisch signifikanten Vorteile in den Symptomskalen „Schmerzen“ und „Dyspnoe“ sowie in den Funktionsskalen „globaler Gesundheitsstatus“ und „emotionale Funktion“ des EORTC QLQ-C30 jeweils ein moderater Vorteil zugunsten von Daratumumab.

Bei den Nebenwirkungen ergeben sich anhand der Gesamtraten zu schwerwiegenden UE (SUE) und schweren UE (CTCAE-Grad ≥ 3) keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Studienarmen. Für den Endpunkt Abbruch wegen UE liegen keine geeigneten Daten vor. Im Detail zeigen sich Nachteile bei den spezifischen UE.

Im Ergebnis wird für Daratumumab, insbesondere aufgrund der moderaten Vorteile in den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität, ein geringer Zusatznutzen gegenüber beobachtendem Abwarten festgestellt.

Die Aussagekraft der Nachweise wird in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingestuft.

Beschlüsse zu Darzalex (12)

Die Bezeichnungen der ATC-Gruppen sind die amtlichen Titel der ATC-GM, Version 2026.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ist Urheber der ATC-GM mit DDD, die auf dem vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology herausgegebenen Werk mit dem Titel „ATC Index with DDDs and Guidelines for ATC Classification and DDD Assignment“ beruht. Die amtliche Veröffentlichung erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Datenstand: 29.10.2026