↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Nebenwirkungen
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Imfinzi in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Imfinzi als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung nach radikaler Zystektomie ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC).
Patientengruppe
Erwachsene mit resezierbarem muskelinvasiven Blasenkrebs (MIBC), die für eine Platin-basierte Chemotherapie geeignet sind; neoadjuvante und adjuvante Therapie
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin gefolgt von Durvalumab nach radikaler Zystektomie gegenüber Gemcitabin in Kombination mit Cisplatin gefolgt von beobachtendem Abwarten nach radikaler Zystektomie:
Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen.
Beleg
Hinweis: Eine gute, größere Studie liegt vor
Anhaltspunkt
Erheblich
Beträchtlich
Gering: Bisher nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Verringerung von nicht schwerwiegenden Symptomen, relevante Vermeidung von Nebenwirkungen
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↑↑Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Vorteil im Gesamtüberleben.
Morbidität
↑↑Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Vorteil bei der Vermeidung des Scheiterns des kurativen Therapieansatzes (Ereignisrate und ereignisfreies Überleben) sowie beim Gesundheitszustand.
Lebensqualität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Nebenwirkungen
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Aktiver Wirkstoff
Durvalumab
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Ein Therapieschema bestehend aus
- neoadjuvanter Behandlung mit Cisplatin in Kombination mit Gemcitabin
gefolgt von radikaler Zystektomie und:
- beobachtendem Abwarten
oder
- Nivolumab (kommt nur für Patientinnen und Patienten mit Tumorzell-PD-L1-Expression ≥ 1 % und hohem Rezidivrisiko nach radikaler Resektion infrage)
Bösartige Neubildung der seitlichen Harnblasenwand
Bösartige Neubildung der vorderen Harnblasenwand
Bösartige Neubildung der hinteren Harnblasenwand
Bösartige Neubildung des Harnblasenhalses
Bösartige Neubildung des Ostium ureteris
Bösartige Neubildung des Urachus
Bösartige Neubildung des Harnblase, mehrere Teilbereiche überlappend
Bösartige Neubildung der Harnblase
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Durvalumab.
Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet:
„Imfinzi in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin zur neoadjuvanten Behandlung gefolgt von Imfinzi als Monotherapie zur adjuvanten Behandlung nach radikaler Zystektomie ist angezeigt zur Behandlung von Erwachsenen mit resezierbarem muskelinvasivem Blasenkarzinom (MIBC).“
Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer die noch laufende, offene, randomisierte, kontrollierte Phase-III-Studie NIAGARA zum Vergleich von Durvalumab + Gemcitabin + Cisplatin (neoadjuvant) und anschließender Durvalumab Monotherapie (adjuvant) nach radikaler Zystektomie im Vergleich zu Gemcitabin + Cisplatin (neoadjuvant) gefolgt von beobachtendem Abwarten nach radikaler Zystektomie vor.
Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied + zugunsten von Durvalumab + Gemcitabin + Cisplatin, gefolgt von Durvalumab. Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine relevante Verbesserung bewertet.
Aus den Angaben zu den Folgetherapien geht hervor, dass nur ein geringer Einsatz von Enfortumab Vedotin + Pembrolizumab erfolgt war. Für Patient:innen in der Erstlinientherapie des nicht resezierbaren oder metastasierten Urothelkarzinoms, die für eine platinbasierte Therapie geeignet sind, stellt Enfortumab Vedotin + Pembrolizumab eine hochwirksame Behandlungsoption und den aktuellen Therapiestandard dar. Vor dem Hintergrund, dass die entsprechende Zulassung von Enfortumab Vedotin + Pembrolizumab erst nach dem 1. Datenschnitt erfolgt war, ist der geringe Einsatz von Enfortumab Vedotin + Pembrolizumab als Folgetherapie grundsätzlich nachvollziehbar. Dennoch ist festzustellen, dass die Folgetherapien den aktuellen Versorgungsstandard somit nur unzureichend abbilden.
Hinsichtlich des Scheiterns des kurativen Therapieansatzes, dargestellt als Ereignisrate und Ereignisfreies Überleben, wird ein Vorteil von Durvalumab + Gemcitabin + Cisplatin, gefolgt von Durvalumab festgestellt, dessen Ausmaß als eine geringe Verbesserung bewertet wird. In der vorliegenden kurativen Therapiesituation stellt die Vermeidung des Scheiterns des kurativen Therapieansatzes ein essenzielles Therapieziel dar.
Zudem zeigt sich ein Vorteil beim Gesundheitszustand (erhoben mittels PGIC).
Aus den Ergebnissen zur Symptomatik, dem Gesundheitszustand (erhoben mittels EQ-5D VAS) und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität lässt sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für Durvalumab + Gemcitabin + Cisplatin, gefolgt von Durvalumab ableiten.
Bei den Nebenwirkungen zeigt sich hinsichtlich der Gesamtraten der schwerwiegenden UE und schweren UE kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungs-gruppen. Für den Endpunkt Abbruch wegen UE liegen keine geeigneten Daten vor. Im Detail zeigen sich Vor- und Nachteile bei den spezifischen UE.
In der Gesamtbetrachtung zeigt sich ein relevanter Vorteil im Gesamtüberleben sowie ein geringer Vorteil im Endpunkt Scheitern des kurativen Ansatzes. Zudem liegt ein Vorteil beim Gesundheitszustand vor. Hinsichtlich der weiteren Endpunkte zur Morbidität sowie zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität lässt sich weder ein Vor- noch ein Nachteil für Durvalumab in Kombination mit Gemcitabin und Cisplatin, gefolgt von Durvalumab ableiten.
Im Ergebnis wird für Durvalumab + Gemcitabin + Cisplatin, gefolgt von Durvalumab, ein geringer Zusatznutzen gegenüber Gemcitabin + Cisplatin gefolgt von beobachtendem Abwarten festgestellt.
Die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen wird in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.