↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Nebenwirkungen
↓↓Negativer Effekt bei hoher Aussagesicherheit
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Lynparza wird angewendet als Monotherapie oder in Kombination mit einer endokrinen Therapie für die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patienten mit Keimbahn-BRCA1/2-Mutationen, die ein HER2-negatives Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko haben und zuvor mit…Gesamten Text anzeigen
Lynparza wird angewendet als Monotherapie oder in Kombination mit einer endokrinen Therapie für die adjuvante Behandlung von erwachsenen Patienten mit Keimbahn-BRCA1/2-Mutationen, die ein HER2-negatives Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko haben und zuvor mit neoadjuvanter oder adjuvanter Chemotherapie behandelt wurden.
Patientengruppe
Erwachsene mit Keimbahn-BRCA-mutiertem, HER2-negativem Brustkrebs im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko; nach neoadjuvanter oder adjuvanter Chemotherapie; adjuvante Therapie
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Olaparib als Monotherapie oder in Kombination mit einer endokrinen Therapie gegenüber beobachtendem Abwarten:
Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen
Beleg
Hinweis: Eine gute, größere Studie liegt vor
Anhaltspunkt
Erheblich
Beträchtlich
Gering: Bisher nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Verringerung von nicht schwerwiegenden Symptomen, relevante Vermeidung von Nebenwirkungen
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↑↑Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Vorteil im Gesamtüberleben.
Morbidität
↑↑Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Vorteil bei der Vermeidung von Rezidiven.
Lebensqualität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
Nebenwirkungen
↓↓Negativer Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Nachteile in den Endpunkten schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbruch wegen UE. Im Detail Nachteile bei spezifischen UE.
Bösartige Neubildung der Brustwarze und des Warzenhofes
Bösartige Neubildung des unteren äußeren Quadranten der Brustdrüse
Bösartige Neubildung des oberen inneren Quadranten der Brustdrüse
Bösartige Neubildung der äußeren 2 Quadranten der Brustdrüse
Bösartige Neubildung des unteren inneren Quadranten der Brustdrüse
Metastasierendes Mammakarzinom
Bösartige Neubildung des zentralen Drüsenkörpers der Brustdrüse
Bösartige Neubildung des oberen äußeren Quadranten der Brustdrüse
Bösartige Neubildung des Recessus axillaris der Brustdrüse
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Olaparib als Monotherapie oder in Kombination mit einer endokrinen Therapie zur adjuvanten Behandlung von Erwachsenen mit Keimbahn-BRCA1/2-Mutationen, die ein HER2-negatives Mammakarzinom im Frühstadium mit hohem Rezidivrisiko haben und zuvor mit neoadjuvanter oder adjuvanter Chemotherapie behandelt wurden.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde „Beobachtendes Abwarten“ bestimmt.
Für den Nachweis des Zusatznutzens wurden Ergebnisse aus der doppelblinden, randomisierten, kontrollierten Studie OlympiA zu den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen vorgelegt.
Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Olaparib gegenüber beobachtendem Abwarten.
In der Kategorie Morbidität zeigen sich statistisch signifikant weniger Rezidive unter Behandlung mit Olaparib im Vergleich zum beobachtenden Abwarten. In der vorliegenden kurativen Therapiesituation stellt die Vermeidung von Rezidiven ein essentielles Therapieziel dar. Das Ausmaß der Vermeidung von Rezidiven wird vorliegend als relevanter Vorteil bewertet.
Hinsichtlich der patientenberichteten Symptomatik sowie zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigen sich insgesamt keine bewertungsrelevanten Unterschiede.
Bei den Nebenwirkungen zeigen sich statistisch signifikante Nachteile von Olaparib gegenüber beobachtendem Abwarten bei den Endpunkten schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Abbruch wegen UE sowie im Detail bei spezifischen unerwünschten Ereignissen.
In der Gesamtbetrachtung stehen somit den Vorteilen – Verbesserung im Gesamtüberleben und Vermeidung von Rezidiven – Nachteile bei den Nebenwirkungen gegenüber. Die Nachteile bei den Nebenwirkungen werden vor dem Hintergrund des vorliegenden kurativen Therapieanspruches gewichtet. Insgesamt überwiegen die Vorteile die Nachteile, womit ein Zusatznutzen festzustellen ist. Für die Beurteilung des Ausmaßes des Zusatznutzens ist insbesondere der vorliegende Effekt hinsichtlich der Vermeidung von Rezidiven leitend. Unter Berücksichtigung der Rezidivraten in beiden Behandlungsgruppen und der absoluten Differenz in den Rezidivraten gelangt der G-BA zu der Beurteilung, dass in der Gesamtbewertung im vorliegenden Fall nicht mit hinreichender Sicherheit von dem Ausmaß eines beträchtlichen Zusatznutzens ausgegangen werden kann.
Somit wird für Olaparib ein geringer Zusatznutzen gegenüber beobachtendem Abwarten festgestellt.
Die Aussagesicherheit wird insbesondere aufgrund des niedrigen Verzerrungspotenzials auf Studienebene und bei den für die Bewertungsentscheidung maßgeblichen Endpunkten in die Kategorie „Hinweis“ eingestuft.