↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Morbidität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Lebensqualität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nebenwirkungen
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Jardiance wird zur Behandlung von Erwachsenen mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion angewendet.
Patientengruppe
Erwachsene mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Empagliflozin gegenüber der optimierten Standardtherapie der symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz:
Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen
Beleg
Hinweis
Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
Erheblich
Beträchtlich
Gering: Bisher nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Verringerung von nicht schwerwiegenden Symptomen, relevante Vermeidung von Nebenwirkungen
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
Morbidität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
statistisch signifikanter Vorteil bei der Gesamthospitalisierung
Lebensqualität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Verbesserung um ≥ 5 Punkte im KCCQ-OSS; kein statistisch signifikanter Unterschied für eine Verbesserung um ≥ 15 Punkte (entspricht 15 %)
Nebenwirkungen
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
statistisch signifikanter Vorteil bei SUE sowie im Detail bei spezifischen UE
Aktiver Wirkstoff
Empagliflozin
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz und der zugrundeliegenden Erkrankungen, wie z. B. Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie sowie der Begleitsymptome
Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden bei stärkerer Belastung
Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden bei leichterer Belastung
Linksherzinsuffizienz mit Beschwerden in Ruhe
Rechtsherzinsuffizienz
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die frühe Nutzenbewertung des neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Empagliflozin: „zur Behandlung von Erwachsenen mit symptomatischer, chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion“.
Für die hier zu betrachtende Patientenpopulation: Erwachsene mit einer symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion, wurde als zweckmäßige Vergleichstherapie eine optimierte Standardtherapie zur Behandlung der symptomatischen, chronischen Herzinsuffizienz und der zugrundeliegenden Erkrankungen, wie z. B. Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie sowie der Begleitsymptome vom G-BA bestimmt.
Vorgelegt wurde die doppelblinde, randomisierte Studie EMPEROR-Reduced. In dieser Studie wurde die Gabe von Empagliflozin gegenüber Placebo, jeweils zusätzlich zur einer Standardtherapie der Herzinsuffizienz bei Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz der NYHA-Klassen II bis IV, mit reduzierter LVEF ≤ 40 % und erhöhten NT-proBNP-Werten untersucht (≥ 600 bis ≥ 2500 pg/ml bzw. bei VHF ≥ 1200 bis ≥ 5000 pg/ml).
In der Kategorie Mortalität zeigten sich keine statistischen signifikanten Unterschiede bei der Vermeidung von Todesfällen.
Statisch signifikante Vorteile für Empagliflozin gegenüber dem Kontrollarm ergaben sich in der Kategorie Morbidität für den Endpunkt „Gesamthospitalisierung“. Bei den kardiovaskulären Morbiditätsendpunkten „Myokardinfarkt“ und „Schlaganfall“ zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede.
In der Kategorie Nebenwirkungen zeigte sich ein Vorteil für Empagliflozin für den klinischen Summenscore KCCQ-OSS, operationalisiert als Verbesserung um ≥ 5 Punkte, der als geringfügig eingeschätzt wird. Für die Operationalisierung als Verbesserung um ≥ 15 % der KCCQ-OSS-Skalenweite zeigen sich jedoch keine statistisch signifikanten Unterschiede.
In der Kategorie Nebenwirkungen ergab sich ein statisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Empagliflozin in der Gesamtrate der SUE, wobei aufgrund einer Effektmodifikation durch die NYHA-Klasse nur für Studienteilnehmer der NYHA Klasse II statistisch signifikante Ergebnisse zugunsten von Empagliflozin gegenüber dem Kontrollarm festgestellt wurden. Gleiches trifft auf die Ereignisse zu „Vorhofflimmern“ zu; hierbei wurde ebenfalls eine Effektmodifikation festgestellt und es zeigte sich nur für Patienten der NYHA Klasse II ein statisch signifikanter Vorteil bei diesem Endpunkt. Für die „Erkrankungen der Nieren und Harnwege, Leber- und Gallenerkrankungen“ ergab sich für die Gesamtpopulation ein Vorteil für Empagliflozin im Vergleich zum Placeboarm.
Insgesamt weist die Studie Unsicherheiten insbesondere bezüglich der eingeschränkten Studienpopulation aufgrund der geforderten Einschlusskriterien mit erhöhten NT-proBNP-Werten auf. In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen abgeleitet.