↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Lebensqualität
ØEs liegen keine Daten vor
Nebenwirkungen
↓↓Negativer Effekt bei hoher Aussagesicherheit
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Cyramza ist in Kombination mit Docetaxel indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit Tumorprogress nach platinhaltiger Chemotherapie.
Patientengruppe
Erwachsene mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit Tumorprogress nach platinhaltiger Chemotherapie
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens gegenüber Docetaxel:
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
Erheblich
Beträchtlich
Gering
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↑↑Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Vorteil im Gesamtüberleben.
Morbidität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Lebensqualität
ØEs liegen keine Daten vor
Es liegen keine Daten vor.
Nebenwirkungen
↓↓Negativer Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Nachteile in den Endpunkten schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und Therapieabbruch wegen UE. Im Detail Nachteile in einzelnen spezifischen UE.
Aktiver Wirkstoff
Ramucirumab
Zweckmäßige Vergleichstherapie
• Docetaxel oder Pemetrexed (Pemetrexed: außer bei überwiegend plattenepithelialer Histologie)
oder
• Gefitinib oder Erlotinib (nur für Patienten mit aktivierenden EGFR-Mutationen, die noch nicht mit Afatinib,Gefitinib oder Erlotinib vorbehandelt wurden)
oder
• Crizotinib (nur für Patienten mit aktivierenden ALK-Mutationen, die noch nicht mit Crizotinib vorbehandelt wurden)
Bösartige Neubildung der Bronchien und der Lunge, mehrere Teilbereiche überlappend
Nicht kleinzelliges Lungenkarzinom
Lungenkarzinom des Mittellappens
Karzinom des Hauptbronchus
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für das Arzneimittel Cyramza mit dem Wirkstoff Ramucirumab.
Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet:
„Cyramza ist in Kombination mit Docetaxel indiziert zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem lokal fortgeschrittenen oder metastasierten nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom mit Tumorprogress nach platinhaltiger Chemotherapie.“
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde:
• Docetaxel oder Pemetrexed (Pemetrexed: außer bei überwiegend plattenepithelialer Histologie)
oder
• Gefitinib oder Erlotinib (nur für Patienten mit aktivierenden EGFR-Mutationen, die noch nicht mit Afatinib, Gefitinib oder Erlotinib vorbehandelt wurden)
oder
• Crizotinib (nur für Patienten mit aktivierenden ALK-Mutationen, die noch nicht mit Crizotinib vorbehandelt wurden)
bestimmt.
Die Bewertung des G-BA basiert auf den vom pharmazeutischen Unternehmer im Dossier zum Nachweis des Zusatznutzens vorgelegten Daten der pivotalen Studie REVEL.
In dieser randomisierten, doppelblinden, kontrollierten, multizentrischen Phase-III-Studie wurde Ramucirumab in Kombination mit Docetaxel gegenüber Docetaxel in Kombination mit Placebo verglichen.
Es zeigt sich eine geringfügige Verlängerung der medianen Überlebensdauer, der allerdings relevante Nachteile bezogen auf Nebenwirkungen gegenüberstehen. Signifikante Effekte auf die Krankheitssymptomatik konnten nicht festgestellt werden, valide Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität lagen nicht vor.
Die Übertragbarkeit von Ergebnissen der Studie REVEL auf die Patienten in der GKV wird vom G-BA in Frage gestellt:
Die Vorteile im Gesamtüberleben wurden bei Patienten gezeigt, welche sich hinsichtlich des Alters von denen in der praktischen klinischen Versorgung anzutreffenden Patienten unterscheiden: Der Altersmedian der Studienteilnehmer lag bei 62 Jahren, das mittlere Erkrankungsalter beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom liegt in Deutschland jedoch zwischen 69 und 70 Jahren. Dies ist vor dem Hintergrund einer belegten Effektmodifikation durch das Merkmal „Alter“ von besonderer Relevanz. Bei Patienten ≥ 65 Jahre hatte Ramucirumab keinen signifikanten Einfluss auf die Überlebenszeit, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten jedoch häufiger und früher auf, als unter der Monotherapie mit Docetaxel im Vergleichsarm.
Weiterhin wurden relevante Teilpopulationen im Anwendungsgebiet, wie Patienten mit einem erhöhten Risiko für Blutungen oder Patienten mit einem ECOG Performance Status > 1, in der Studie REVEL aufgrund der gewählten Ausschlusskriterien nicht untersucht. Daher ist die Übertragbarkeit auf die in der Versorgung relevante Population eingeschränkt und mögliche Risiken für diese Patienten sind schwer zu beurteilen.
Unter Berücksichtigung der Stellungnahmen von medizinischen Sachverständigen, des Fehlens von belastbaren Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie der vorliegenden Unsicherheit bezogen auf die Übertragbarkeit der Studienergebnisse auf die klinische Behandlungspraxis, gelangt der G-BA in einer Abwägungsentscheidung zu dem Ergebnis, dass die patientenrelevanten negativen Effekte und die Unsicherheit der Datengrundlage derart von Bedeutung sind, dass der mögliche Vorteil hinsichtlich der erzielten geringen Verlängerung der Überlebensdauer in der Gesamtbewertung nicht überwiegt.
Im Ergebnis wird festgestellt, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist.