Erwachsene Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die nicht oder nur im Rahmen von akuten Exazerbationen mit oralen Corticosteroiden behandelt werden
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt
Erheblich
Beträchtlich
Gering
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
n.b.Nicht bewertbar
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Morbidität
n.b.Nicht bewertbar
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Lebensqualität
n.b.Nicht bewertbar
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Nebenwirkungen
n.b.Nicht bewertbar
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Aktiver Wirkstoff
Mepolizumab
Zweckmäßige Vergleichstherapie
eine patientenindividuelle Therapieeskalation der mittel- bis hochdosierten inhalativen Corticosteroide und der langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) ggf. mit oralen Corticosteroiden (kurzzeitig) in der niedrigst-wirksamen Dosis oder mit Tiotropium oder ggf. bei IgE-vermittelter Pathogenese des Asthmas Omalizumab zusätzlich zu hochdosierten inhalativen Corticosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) und ggf. der oralen Corticosteroidtherapie.
Bei der vorliegenden Nutzenbewertung des neuen Arzneimittels Nucula mit dem Wirkstoff Mepolizumab lautet das hier bewertete Anwendungsgebiet: „Nucala ist angezeigt als Zusatzbehandlung bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma bei erwachsenen Patienten.“
In dem zu betrachtenden Anwendungsgebiet wurden zwei Patientengruppen nach dem Schweregrad der Erkrankung und der jeweiligen Arzneimitteltherapie unterschieden.
Zu Patientengruppe a) Erwachsene Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die nicht oder nur im Rahmen von akuten Exazerbationen mit oralen Corticosteroiden behandelt werden
Die vom G-BA bestimmte zweckmäßige Vergleichstherapie lautet: „Eine patientenindividuelle Therapieeskalation der mittel- bis hochdosierten inhalativen Corticosteroide und der langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) ggf. mit oralen Corticosteroiden (kurzzeitig) in der niedrigst-wirksamen Dosis oder mit Tiotropium oder ggf. bei IgE-vermittelter Pathogenese des Asthmas Omalizumab zusätzlich zu hochdosierten inhalativen Corticosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) und ggf. der oralen Corticosteroidtherapie“
Für die Nutzenbewertung liegt die randomisierte kontrollierte Studie MENSA vor.
Die Patienten wiesen bereits zu Studienbeginn ein schweres unkontrolliertes Asthma auf, sodass eine über die in der Studie vorgesehenen und erlaubten Therapiemöglichkeiten hinausgehende Therapieeskalation mit OCS, Tiotropium und ggf. auch mit Omalizumab notwendig gewesen wäre, um einerseits die Symptome der Patienten zu behandeln und andererseits einen geeigneten Vergleich für die Nutzenbewertung vorzulegen. Insgesamt ist damit unklar, ob die Patienten im Kontrollarm eine adäquate Therapie – auch im Hinblick auf den aktuellen deutschen Versorgungsalltag, der auch Tiotropium als zusätzliche Option einschließt – erhielten.
Vor dem Hintergrund der Unsicherheiten bzgl. der Ausschöpfung der patientenindividuellen Therapiemöglichkeiten der Asthmatherapie gemäß der zweckmäßigen Vergleichstherapie kann die MENSA-Studie nicht für eine Bewertung des Zusatznutzens von Mepolizumab herangezogen werden.
Da für diese Patientengruppe nur die MENSA-Studie vorgelegt wurde, diese jedoch aus den beschriebenen Gründen nicht für eine Bewertung herangezogen werden kann, ist somit ein Zusatznutzen für diese Patientenpopulation nicht belegt.
Erwachsene Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit oralen Corticosteroiden behandelt werden
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen.
Beleg
Hinweis
Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
Erheblich
Beträchtlich
Gering: Bisher nicht erreichte moderate und nicht nur geringfügige Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Verringerung von nicht schwerwiegenden Symptomen, relevante Vermeidung von Nebenwirkungen
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Morbidität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Vorteil in der Reduktion oraler Glucocorticoide auf ≤ 5 mg/Tag.
Lebensqualität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Nebenwirkungen
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Aktiver Wirkstoff
Mepolizumab
Zweckmäßige Vergleichstherapie
eine patientenindividuelle Therapieeskalation der mittel- bis hochdosierten inhalativen Corticosteroide und der langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) ggf. mit oralen Corticosteroiden (kurzzeitig) in der niedrigst-wirksamen Dosis oder mit Tiotropium oder ggf. bei IgE-vermittelter Pathogenese des Asthmas Omalizumab zusätzlich zu hochdosierten inhalativen Corticosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) und ggf. der oralen Corticosteroidtherapie.
Bei der vorliegenden Nutzenbewertung des neuen Arzneimittels Nucula mit dem Wirkstoff Mepolizumab lautet das hier bewertete Anwendungsgebiet: „Nucala ist angezeigt als Zusatzbehandlung bei schwerem refraktärem eosinophilem Asthma bei erwachsenen Patienten.“
In dem zu betrachtenden Anwendungsgebiet wurden zwei Patientengruppen nach dem Schweregrad der Erkrankung und der jeweiligen Arzneimitteltherapie unterschieden.
Zu Patientengruppe b) Erwachsene Patienten mit schwerem refraktärem eosinophilem Asthma, die auch über die Behandlung akuter Exazerbationen hinaus regelmäßig mit oralen Corticosteroiden behandelt werden
Die zweckmäßige Vergleichstherapie lautet: „Eine patientenindividuelle Therapieeskalation der mittel- bis hochdosierten inhalativen Corticosteroide und der langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) ggf. mit oralen Corticosteroiden (kurzzeitig) in der niedrigst-wirksamen Dosis oder mit Tiotropium oder ggf. bei IgE-vermittelter Pathogenese des Asthmas Omalizumab zusätzlich zu hochdosierten inhalativen Corticosteroiden und langwirksamen Bronchodilatatoren (LABA) und ggf. der oralen Corticosteroidtherapie.“
Für die Nutzenbewertung zieht der pharmazeutische Unternehmer die zwei randomisierten direkt vergleichenden Studien MENSA und SIRUS für einen heran.
Die MENSA-Studie kann nicht für eine Bewertung des Zusatznutzens von Mepolizumab herangezogen werden. Es ist unklar, ob die Patienten im Kontrollarm eine adäquate Therapie erhielten.
Der zusätzlich vorgelegte indirekte Vergleich mit den Studien MENSA, Chanez 2010, INNOVATE und EXTRA wurde wegen methodischer Mängel nicht berücksichtigt.
Zu den Ergebnissen der bewerteten SIRUS-Studie: Für die patientenrelevanten Endpunkte Gesamtmortalität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Abbrüche wegen unerwünschter Ereignisse (UE) zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
Für validen Surrogatendpunkt „orale Glukokortikoide (OCS)-Reduktionen auf ≤ 5 mg/Tag“ zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil von Mepolizumab gegenüber Placebo, wohingegen der Endpunkt „OCS-Reduktion auf 0 mg/Tag“ keinen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen aufwies.
Da die Patienten im Kontrollarm der Studie SIRIUS eher eine Reduktion ihrer Asthmatherapie erhalten haben, kann nicht zweifelsfrei davon ausgegangen werden, dass eine adäquate Umsetzung der patientenindividuellen Therapieeskalation im Rahmen der zweckmäßigen Vergleichstherapie erfolgte.
Wegen dieser Unsicherheit in der Bewertung und wegen der gering ausgeprägten OCS-Dosisreduktion, ohne Erreichen einer statistischen Signifikanz für den Verzicht auf OCS, ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen von Mepolizumab im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie.