↔No statistically significant or relevant difference
Morbidity
↑Positive effect with low or unclear certainty of evidence
Quality of life
↑Positive effect with low or unclear certainty of evidence
Adverse effects
↔No statistically significant or relevant difference
How to read the symbols
↑↑ positive statistically significant and relevant effect with high certainty of evidence
↑ positive statistically significant and relevant effect with low or unclear certainty of evidence
↔ no statistically significant or relevant difference
↓ negative statistically significant and relevant effect with low or unclear certainty of evidence
↓↓ negative statistically significant and relevant effect with high certainty of evidence
n.a.: not assessable
Ø No data are available
Therapeutic indication
Jakavi ist angezeigt für die Behandlung von Erwachsenen mit Polycythaemia vera, die resistent oder intolerant gegenüber Hydroxycarbamid sind.
Patient group
Erwachsene Patienten mit Polycythaemia vera, die resistent oder intolerant gegenüber Hydroxycarbamid sind.
Added benefit
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen
Proof
Indication
Hint: A small study, a study with relevant uncertainties, indirect comparisons, historical controls, or similar evidence is available
Major
Considerable: Previously unattained, marked improvement in treatment-relevant benefit: reduction of serious symptoms, moderate extension of survival, noticeable relief of the disease, relevant avoidance of serious adverse effects or significant avoidance of other adverse effects
Minor
Non-quantifiable
Not proven
Lesser benefit
Endpoint overview
Mortality
↔No statistically significant or relevant difference
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Morbidity
↑Positive effect with low or unclear certainty of evidence
Vorteile insbesondere in der Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands, der Hämatokrit-Kontrolle und Phlebotomiefreiheit
Quality of life
↑Positive effect with low or unclear certainty of evidence
Vorteile in den Skalen globaler Gesundheitszustand und körperliche Funktion.
Adverse effects
↔No statistically significant or relevant difference
Insgesamt keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede; im Detail Nachteile in einzelnen spezifischen UE.
Active substance
Ruxolitinib
Appropriate comparator therapy
Eine patientenindividuelle Therapie nach Maßgabe des Arztes, grundsätzlich unter Berücksichtigung des Zulassungsstatus bei Arzneimitteltherapien; gegebenenfalls kommt auch eine Dosisreduktion von oder Retherapie mit Hydroxyurea in Frage.
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes des Arzneimittels Jakavi mit dem Wirkstoff Ruxolitinib. Dieses Arzneimittel war als Orphan Drug zugelassen und hatte bereits zuvor die 50 Mio. Euro Umsatzgrenze überschritten.
Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet: „Jakavi ist angezeigt für die Behandlung von Erwachsenen mit Polycythaemia vera, die resistent oder intolerant gegenüber Hydroxycarbamid sind.“
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde: Eine patientenindividuelle Therapie nach Maßgabe des Arztes, grundsätzlich unter Berücksichtigung des Zulassungsstatus bei Arzneimitteltherapien; gegebenenfalls kommt auch eine Dosisreduktion von oder Retherapie mit Hydroxyurea in Frage bestimmt.
Für die Nutzenbewertung von Ruxolitinib zieht der pharmazeutische Unternehmer die offene, randomisierte, kontrollierte Studie RESPONSE heran, in der Ruxolitinib gegenüber BAT (Best-Available-Therapy) untersucht wurde. Etwa 25 % der Patienten wurden mit in Deutschland in der vorliegenden Indikation nicht zugelassenen Wirkstoffen behandelt. Die Ergebnisse der Gesamtpopulation der RESPONSE-Studie können trotz des hohen Anteils nicht-zulassungskonform behandelter Patienten für die vorliegende Nutzenbewertung herangezogen werden, weil Sensitivitätsanalysen zeigen, dass die Ergebnisse in der zulassungskonform behandelten Teilpopulation und der Gesamtpopulation die gleiche Effektrichtung aufweisen und sich in der Größe der Effekte nicht wesentlich unterscheiden.
In der RESPONSE-Studie traten in beiden Studienarmen keine Todesfälle auf.
Vorteile von Ruxolitinib zeigen sich in der Endpunktkategorie Morbidität durch eine Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustands, durch eine Verringerung von Phlebotomien aufgrund einer verbesserten Hämatokrit-Kontrolle, durch die Reduktion des Milzvolumens verbunden mit einer Abnahme beeinträchtigender Krankheitssymptome, durch eine Verbesserung der Morbiditätsendpunkte Fatigue und Appetitlosigkeit sowie in der Endpunktkategorie Lebensqualität in Hinblick auf den globalen Gesundheitszustand und die körperliche Funktion.
Bei den Nebenwirkungen liegen hinsichtlich der Gesamtraten an schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (UE) und schweren UE (CTCAE-Grad 3 oder 4) keine statistisch signifikanten Unterschiede vor. Für den Endpunkt „Therapieabbruch aufgrund UE“ liegen keine verwertbaren Daten vor. Im Detail liegen Nachteile bei einzelnen spezifischen UE vor.
Die Aussagesicherheit (Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens) wird in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingeordnet. Aufgrund des offenen Studiendesign sind insbesondere die Ergebnisse zu subjektiven Endpunkten als potenziell hoch verzerrt anzusehen. Zudem können die Ergebnisse zur zulassungskonform behandelten Subpopulation nicht herangezogen werden, da die Randomisierung für die Sensitivitätsanalyse aufgehoben ist und nicht gewährleistet werden kann, dass die grundlegenden Charakteristika der Patienten in beiden Gruppen vergleichbar sind. In der Gesamtschau stellt der G-BA einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Ruxolitinib fest.