↑Positive effect with low or unclear certainty of evidence
Quality of life
↑↑Positive effect with high certainty of evidence
Adverse effects
↑↑Positive effect with high certainty of evidence
How to read the symbols
↑↑ positive statistically significant and relevant effect with high certainty of evidence
↑ positive statistically significant and relevant effect with low or unclear certainty of evidence
↔ no statistically significant or relevant difference
↓ negative statistically significant and relevant effect with low or unclear certainty of evidence
↓↓ negative statistically significant and relevant effect with high certainty of evidence
n.a.: not assessable
Ø No data are available
Therapeutic indication
Xtandi ist angezeigt zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist.
Patient group
Erwachsene Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist
Added benefit
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens gegenüber dem abwartenden Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen Androgendeprivation:
Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen
Proof
Indication: One good, larger study is available
Hint
Major
Considerable: Previously unattained, marked improvement in treatment-relevant benefit: reduction of serious symptoms, moderate extension of survival, noticeable relief of the disease, relevant avoidance of serious adverse effects or significant avoidance of other adverse effects
Minor
Non-quantifiable
Not proven
Lesser benefit
Endpoint overview
Mortality
↑↑Positive effect with high certainty of evidence
Vorteil im Gesamtüberleben.
Morbidity
↑Positive effect with low or unclear certainty of evidence
Vorteil in den Endpunkten Zeit bis zur ersten skelettbezogenen Komplikation und Zeit bis zum Beginn einer Opiattherapie.
Quality of life
↑↑Positive effect with high certainty of evidence
Vorteil in der krankheitsspezifischen Lebensqualität.
Adverse effects
↑↑Positive effect with high certainty of evidence
Vorteile in den Endpunkten schwere unerwünschte Ereignisse, schwerwiegende unerwünschte Ereignisse und Therapieabbruch wegen unerwünschten Ereignissen, Nachteil bei Hitzewallungen.
Active substance
Enzalutamid
Appropriate comparator therapy
Das abwartende Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen Androgendeprivation
oder gegebenenfalls
die kombinierte, maximale Androgenblockade mit einem nichtsteroidalen Antiandrogen (Flutamid, Bicalutamid)
oder
Abirateronacetat unter Beibehaltung der bestehenden Androgendeprivation
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Enzalutamid: "Xtandi ist angezeigt zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist."
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde das abwartende Vorgehen unter Beibehaltung der bestehenden konventionellen Androgendeprivation oder gegebenenfalls die kombinierte, maximale Androgenblockade mit einem nichtsteroidalen Antiandrogen (Flutamid, Bicalutamid) oder Abirateronacetat unter Beibehaltung der bestehenden Androgendeprivation bestimmt.
Vom pharmazeutischen Unternehmer wurden die Ergebnisse der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten PREVAIL-Studie vorgelegt. Die eingeschlossenen Patienten wurden randomisiert entweder dem Enzalutamid-Arm oder dem Studienarm mit beobachtendem Abwarten zugeteilt. In beiden Armen wurde zusätzlich eine Androgendeprivationstherapie mit einem LHRH-Analogon durchgeführt, sofern keine chirurgische Kastration vorlag.
Für die Endpunktkategorie Mortalität liegt ein beträchtlicher Zusatznutzen vor, da eine moderate Verlängerung des Überlebens gezeigt wurde. Es lag ein Hinweis für eine Effektmodifikation durch das Subgruppenmerkmal Altersgrenze vor. Da jedoch nur ein Hinweis für eine Effektmodifikation vorlag, der bei keinem anderen Endpunkt beobachtet wurde, und ein signifikantes Ergebnis in der Gesamtpopulation ermittelt wurde, wird von einer Unterteilung der Patientenpopulation abgesehen.
In der Gesamtschau der Ergebnisse zur Morbidität besteht ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Enzalutamid hinsichtlich der Zeit bis zur ersten skelettbezogenen Komplikation. Es liegt somit ein beträchtlicher Zusatznutzen von Enzalutamid für diese Endpunktkategorie vor, da eine Abschwächung schwerwiegender Symptome gezeigt werden konnte. Unterstützt wird diese Einschätzung durch die Ergebnisse zum Endpunkt Zeit bis zum Beginn einer Opiattherapie.
In der Endpunktkategorie Lebensqualität zeigt sich in der Gesamtschau der Ergebnisse des FACT-P-Fragebogens, dass eine Verschlechterung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität unter Behandlung mit Enzalutamid signifikant später eintritt.
In Abwägung der Ergebnisse zu den einzelnen Endpunkten wird für Enzalutamid in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen ein beträchtlicher Zusatznutzen festgestellt, da eine relevante Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen vorliegt.
Der G-BA stuft das Ausmaß des Zusatznutzens als beträchtlich ein.
Die Aussagesicherheit wird in die Kategorie „Hinweis“ eingeordnet. Der Nutzenbewertung liegt mit der PREVAIL-Studie nur eine randomisierte kontrollierte Studie zugrunde.