↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Morbidität
n.b.Nicht bewertbar
Lebensqualität
n.b.Nicht bewertbar
Nebenwirkungen
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Xtandi ist angezeigt zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (metastatic hormone-sensitive prostate cancer, mHSPC) in Kombination mit einer Androgenentzugstherapie.
Patientengruppe
Erwachsene Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Enzalutamid in Kombination mit einer Androgenentzugstherapie (ADT) gegenüber Docetaxel in Kombination mit Prednisolon und ADT (für Patienten mit Fernmetastasen (M1-Stadium) und gutem Allgemeinzustand (nach ECOG / WHO 0 bis 1 bzw. Karnofsky Index ≥ 70 %)):
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
Erheblich
Beträchtlich
Gering
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
Morbidität
n.b.Nicht bewertbar
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Lebensqualität
n.b.Nicht bewertbar
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Nebenwirkungen
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Vorteil im Endpunkt schwerwiegende UE.
Aktiver Wirkstoff
Enzalutamid
Zweckmäßige Vergleichstherapie
- die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Docetaxel mit oder ohne Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit Fernmetastasen (M1-Stadium) und gutem Allgemeinzustand (nach ECOG / WHO 0 bis 1 bzw. Karnofsky Index ≥ 70 %))
oder
- die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom)
oder
- die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid (nur für Patienten mit gutem Allgemeinzustand (nach ECOG / WHO 0 bis 1))
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Enzalutamid.
Enzalutamid wird eingesetzt bei Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) in Kombination mit einer Androgenentzugstherapie.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA die konventionelle Androgendeprivation jeweils in Kombination mit Apalutamid (nur für Patienten mit gutem Allgemeinzustand (ECOG/WHO 0 bis 1)) oder in Kombination mit Docetaxel mit oder ohne Predniso(lo)n (nur für Patienten mit Fernmetastasen und gutem Allgemeinzustand (ECOG/WHO 0 bis 1 bzw. Karnofsky Index ≥ 70 %)) oder in Kombination mit Abirateronacetat und Predniso(lo)n (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-metastasierten HSPC) bestimmt.
Für den Nachweis eines Zusatznutzens legt der pharmazeutische Unternehmer einen direkten Vergleich mit der Studie ENZAMET und einen adjustierten indirekten Vergleich nach Bucher et al. mit den RCT ARCHES und ENZAMET sowie STAMPEDE und CHAARTED vor.
Der direkte Vergleich mit der Studie ENZAMET wird nicht herangezogen, da die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht umgesetzt wurde. Die Studien ENZAMET und CHAARTED werden für den indirekten Vergleich nicht berücksichtigt, da der Brückenkomparator als nicht hinreichend ähnlich angesehen wird. Es wird der adjustierte indirekte Vergleich mit den Studien ARCHES und STAMPEDE herangezogen.
Die im Stellungnahmeverfahren nachgereichten finalen Daten der Studie ARCHES wurden vom IQWiG im Addendum bewertet und hier herangezogen.
Für das Gesamtüberleben wird kein Zusatznutzen festgestellt, da die Anforderung an die Ergebnissicherheit zur Durchführung eines adjustierten indirekten Vergleiches nicht erfüllt sind. Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
Für die Kategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität liegen keine (verwertbaren) Daten für einen adjustierten indirekten Vergleich vor.
Bei den Nebenwirkungen zeigt sich ein Vorteil für Enzalutamid + ADT bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (UE). Dieser Vorteil lässt sich aufgrund der unterschiedlichen Beobachtungsdauern in den Studienarmen der STAMPEDE jedoch nur für den Zeitraum der ersten 6 bis 7 Monate nach Therapiebeginn mit einer hinreichend sicher interpretierbaren Effektschätzung ableiten. Aussagen über diesen Zeitraum hinaus können nicht getroffen werden. Zu den schweren UE lässt sich keine Aussage zu relevanten Unterschieden mit ausreichender Ergebnissicherheit vornehmen. Für den Endpunkt Abbruch wegen UE liegen keine Daten aus dem indirekten Vergleich vor. Aus diesen Gründen kann bei den Nebenwirkungen insgesamt kein Zusatznutzen für Enzalutamid + ADT mit der erforderlichen Sicherheit festgestellt werden.
In der Gesamtbewertung gelangt der G-BA zu dem Ergebnis, dass ein Zusatznutzen von Enzalutamid + ADT gegenüber Docetaxel + Prednisolon + ADT in der Behandlung des mHSPC nicht belegt ist.