↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Morbidität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Lebensqualität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nebenwirkungen
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Onpattro wird zur Behandlung der hereditären Transthyretin-Amyloidose (hATTR-Amyloidose) bei erwachsenen Patienten mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2 angewendet.
Patientengruppe
Erwachsene Patienten mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2 bei hereditärer Transthyretin-Amyloidose (hATTR)
Zusatznutzen
Ausmaß des Zusatznutzens:
beträchtlich
Erheblich
Beträchtlich: Bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Abschwächung schwerwiegender Symptome, moderate Verlängerung der Lebensdauer, spürbare Linderung der Erkrankung, relevante Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen oder bedeutsame Vermeidung anderer Nebenwirkungen
Gering
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Morbidität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Vorteil bei der Ganggeschwindigkeit, im Gesundheitszustand und bei Einschränkungen bezüglich Alltagsaktivitäten.
Lebensqualität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Vorteil bei der krankheitsspezifischen Lebensqualität.
Nebenwirkungen
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Vorteil bei Therapieabbrüchen wegen unerwünschten Ereignissen.
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des neuen Arzneimittels Onpattro mit dem Wirkstoff Patisiran. Onpattro wurde als Orphan Drug zugelassen und wird zur Behandlung der hereditären Transthyretin-Amyloidose (hATTR-Amyloidose) bei erwachsenen Patienten mit Polyneuropathie der Stadien 1 oder 2 angewendet.
Für die Nutzenbewertung legte der pharmazeutische Unternehmer die multizentrische, randomisierte, verblindete, kontrollierte Studie APOLLO vor, in der 225 Patienten mit hereditärer hATTR-Amyloidose eingeschlossen wurden und die Wirksamkeit und Sicherheit von Patisiran im Vergleich zu Placebo über 18 Monate untersucht wurde. Die Daten der Studie APOLLO sind für die Nutzenbewertung relevant. Darüber hinaus legte der pharmazeutische Unternehmer eine Interimsanalyse der noch laufenden Open-Label-Extensionsstudie (ALN-TTR-02-006, Datenschnitt: 8. Januar 2019 nach 52 Wochen Behandlung) im Stellungnahmeverfahren vor. Aufgrund des fehlenden Vergleichs sind die Daten der der Open-Label-Extensionsstudie jedoch nicht für die Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V geeignet.
In Bezug auf die Mortalität lässt sich auf Basis der vorgelegten Daten keine Aussage zum Zusatznutzen ableiten.
Statistisch signifikante und klinisch relevante Ergebnisse zugunsten von Patisiran liegen für die Morbiditätsendpunkte mittlere Ganggeschwindigkeit (mittels 10-MWT), Gesundheitszustand (mittels EQ-5D VAS) und Einschränkungen bezüglich Alltags-aktivitäten (mittels R-ODS) und bei der krankheitsspezifischen Lebensqualität (mittels Norfolk-QoL-DN) vor. Hinsichtlich der Nebenwirkungen liegt in der Studie APOLLO ein geringerer Schaden unter Patisiran hinsichtlich unerwünschter Ereignisse, die zum Abbruch der Behandlung führten, vor.
Das Verzerrungspotential der Studie wird als gering eingestuft. Da die Anzahl an Patienten, die bei den Endpunkten Morbidität und Lebensqualität im Kontrollarm berücksichtigt werden konnten, deutlich geringer war als im Patisiran-Arm (bei der Morbidität 70-73% vs. 93% bzw. dem Lebensqualitätsfragebogen 62% vs. 91%) liegt ein Ungleichgewicht von fehlenden Werten in den Behandlungsgruppen vor. Vor diesem Hintergrund ergibt sich ein hohes Verzerrungspotential dieser Endpunkte. Das Verzerrungspotential der Nebenwirkungen wird ebenso als hoch eingestuft, da die mittlere Behandlungsdauer und der Anteil von Patienten mit mindestens 15 Monaten Behandlungsdauer im Patisiran-Arm höher war als im Kontrollarm.
Trotz des hohen Verzerrungspotentials der Endpunkte stuft der G-BA das Ausmaß des Zusatznutzens für Patisiran in der Gesamtschau der positiven Ergebnisse der Studie APOLLO auf Basis der Kriterien in § 5 Absatz 7 der AM-NutzenV unter Berücksichtigung des Schweregrades der Erkrankung, der schriftlichen Stellungnahmen und der mündlichen Anhörung als beträchtlich ein.