IgG4-assoziierte Krankheit der Glandula submandibularis
IgG4 [Immunglobulin G4]-assoziierte Dakryoadenitis und Sialoadenitis
IgG4-assoziierte Hepatopathie
IgG4-assoziierte sklerosierende Cholangitis
IgG4-assoziierte Nierenkrankheit
IgG4-assoziierte systemische Krankheit
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Inebilizumab
Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet: Uplizna ist zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit aktiver IgG4-RD indiziert.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA eine individualisierte Therapie unter Auswahl von Glukokortikoiden und Best Supportive Care bestimmt.
Für die Bewertung des Zusatznutzens von Inebilizumab bei Erwachsenen mit Immunglobulin-G4-assoziierter Erkrankung (IgG4-RD) legt der pharmazeutische Unternehmer die Studie MITIGATE vor. Bei der Studie MITIGATE handelt es sich um eine doppelblinde RCT zum Vergleich von Inebilizumab mit Placebo bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit aktiver IgG4-RD über einen Zeitraum von 52 Wochen. Nach einer Induktionstherapie mit hochdosierten Glukokortikoiden folgte eine anschließende achtwöchige Dosisreduktion.
Da eine Schubbehandlung mit Glukokortikoiden im Rahmen der Studie nach ärztlichem Ermessen und in Abhängigkeit der individuellen Krankheitsaktivität möglich war und darüber hinaus notwendige Begleitbehandlungen im Rahmen von Best Supportive Care eingesetzt werden konnten, wird insgesamt davon ausgegangen, dass die festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie in der Studie MITIGATE hinreichend umgesetzt wurde.
In der Studie MITIGATE traten keine Todesfälle auf.
In der Endpunktkategorie Morbidität zeigt sich für den Endpunkt IgG4-RD-Schübe ein statistisch signifikanter Vorteil von Inebilizumab gegenüber Placebo. Für die Endpunkte Symptomatik und Fatigue sowie für die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.
In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigt sich für die Endpunkte SUEs, schwere UEs und Abbruch wegen UEs jeweils kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Im Detail zeigt sich bei den spezifischen UEs Infektionen und parasitäre Erkrankungen (SUEs) sowie Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (schwere UEs) jeweils ein statistisch signifikanter Nachteil zuungunsten von Inebilizumab.
In der Gesamtschau zeigt sich für den Endpunkt IgG4-RD-Schübe ein statistisch signifikanter Vorteil von Inebilizumab gegenüber Placebo. Da jedoch unklar bleibt, welche Auswirkungen die Vermeidung von Schüben durch Inebilizumab im Vergleich zu der Behandlung von Schüben mit Glukokortikoiden auf den langfristigen Krankheitsverlauf sowie auf Folgekomplikationen hat, ist das Ausmaß des gezeigten Vorteils nicht abschließend quantifizierbar.
Die Aussagekraft der Nachweise wird in die Kategorie Anhaltspunkt eingestuft. Trotz insgesamt niedrigem endpunktübergreifendem Verzerrungspotenzial bestehen Unsicherheiten hinsichtlich der Interpretierbarkeit der Ergebnisse zum Endpunkt IgG4-RD-Schübe sowie aufgrund der gegenüber den Leitlinienempfehlungen verkürzten Glukokortikoid-Ausschleichphase.
Insgesamt ergibt sich somit für Inebilizumab bei Erwachsenen mit aktiver IgG4-RD ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.