Ergebnis auf einen Blick

Zusatznutzen

Nicht quantifizierbar

Aussagesicherheit

Anhaltspunkt

Mortalität
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Morbidität
Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Lebensqualität
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Nebenwirkungen
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
So lesen Sie die Symbole
  • ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
  • ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • n.b.: nicht bewertbar
  • Ø Es liegen keine Daten vor

Anwendungsgebiet

Prevymis wird zur Prophylaxe einer Cytomegalievirus(CMV)-Reaktivierung und -Erkrankung bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation(hematopoietic stem cell transplant [HSCT])angewendet. Offizielle Leitlinien zur…Gesamten Text anzeigen

Prevymis wird zur Prophylaxe einer Cytomegalievirus(CMV)-Reaktivierung und -Erkrankung bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation(hematopoietic stem cell transplant [HSCT])angewendet. Offizielle Leitlinien zur fachgerechten Anwendung von antiviralen Wirkstoffen sollten beachtet werden.

Patientengruppe

Erwachsene CMV-seropositive Empfänger einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation, zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung

Zusatznutzen

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Letermovir gegenüber beobachtendem Abwarten:

Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen
  • Beleg
  • Hinweis
  • Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
  • Erheblich
  • Beträchtlich
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar: Die wissenschaftliche Datengrundlage lässt keine Quantifizierung zu
  • Ist nicht belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
MorbiditätPositiver Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitVorteil bei schwerer CMV-Reaktivierung/-Erkrankung und klinisch bedeutsamer CMV-Infektion.
LebensqualitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
NebenwirkungenKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedInsgesamt keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede. Im Detail Nachteil bei Erkrankungen des Nervensystems, sowie Vorteil bei Erkrankungen der Nieren und Harnwege.

Aktiver Wirkstoff

Letermovir

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Beobachtendes Abwarten

ICD-Codes

Diagnosen

  • Zustand nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation ohne gegenwärtige Immunsuppression
  • Zustand nach hämatopoetischer Stammzelltransplantation mit gegenwärtiger Immunsuppression
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die erneute Nutzenbewertung des Wirkstoffes Letermovir aufgrund der Überschreitung der 30 Mio. Euro Umsatzgrenze.

Letermovir (Prevymis) wurde als Orphan Drug zugelassen. Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet: Prophylaxe einer Cytomegalievirus(CMV)-Reaktivierung und -Erkrankung bei erwachsenen CMV-seropositiven Empfängern [R+] einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation(hematopoietic stem cell transplant [HSCT]).

Erwachsene CMV-seropositive Empfänger einer allogenen hämatopoetischen Stammzelltransplantation, zur Prophylaxe einer CMV-Erkrankung

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA beobachtendes Abwarten bestimmt.

Der pharmazeutische Unternehmer legt Auswertungen der RCT MK-8228-001 vor, in der Letermovir mit Placebo verglichen wurde. Die retrospektive Beobachtungsstudie CELESTIAL wird nicht berücksichtigt, da aufgrund des Studiendesigns ein Ausschluss von relevanten Störgrößen nicht gewährleistet werden konnte.

Für den Endpunkt Gesamtmortalität zeigt sich zwar ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Letermovir nach 24 Wochen, jedoch bestätigt sich dieser Vorteil nicht über den gesamten Beobachtungszeitraum von 48 Wochen. In der Endpunktkategorie Morbidität besteht ein Vorteil im Endpunkt schwere CMV-Reaktivierungen/CMV-Erkrankungen und im Endpunkt klinisch bedeutsame CMV-Infektion. Bei weiteren Morbiditätsendpunkten (Gesundheitszustand, Graft-versus-Host-Disease), in der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (erhoben mittels FACT-BMT-Fragebogen) und bei den Nebenwirkungen ergaben sich keine Vor- oder Nachteile von Letermovir

Aufgrund des hohen Anteils fehlender Werte bei den Ergebnissen zu den Endpunkten Auftreten einer CMV-Endorganerkrankung, schwere CMV-Reaktivierung/-Erkrankung und akute GvHD ergibt sich jedoch eine hohe Unsicherheit in der Beurteilung dieser Endpunkte. Zudem resultieren Unsicherheiten aus der verkürzten Beobachtungsdauer bei den Endpunkten in der Kategorie Nebenwirkungen.

Für Patientinnen und Patienten mit hohem Risiko für eine späte CMV-Reaktivierung kommt eine verlängerte Prophylaxe mit Letermovir in Frage, die in der Studie jedoch nicht durchgeführt wurde. Aufgrund der geringen Rücklaufquoten ergibt sich zudem eine hohe Unsicherheit in der Beurteilung der Endpunkte Gesundheitszustand und gesundheitsbezogene Lebensqualität. Für schwere CMV-Reaktivierung/-Erkrankung wird aufgrund der gesundheitssystemspezifischen Faktoren bei Hospitalisierungen das Verzerrungspotenzial als hoch eingeschätzt. Die Aussagesicherheit wir aus diesen Gründen als Anhaltspunkt eingestuft.

In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Letermovir gegenüber beobachtendem Abwarten festgestellt.

Beschlüsse zu Prevymis (4)

Die Bezeichnungen der ATC-Gruppen sind die amtlichen Titel der ATC-GM, Version 2026.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ist Urheber der ATC-GM mit DDD, die auf dem vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology herausgegebenen Werk mit dem Titel „ATC Index with DDDs and Guidelines for ATC Classification and DDD Assignment“ beruht. Die amtliche Veröffentlichung erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Datenstand: 29.10.2026