Übersicht der Subpopulationen

2 Subpopulationen mit unterschiedlichem Ergebnis

  • Erheblich (a)
  • Nicht quantifizierbar (b)
Übersicht der Subpopulationen
Übersicht der SubpopulationenPatientengruppenZusatznutzenAussagesicherheitMortalitätMorbiditätLebensqualitätNebenwirkungen
a)Kinder mit im späten Säuglingsalter (Late Infantile (LI)) oder frühen Kindesalter (Early Juvenile…ErheblichAnhaltspunktKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedPositiver Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitEs liegen keine Daten vorNicht bewertbar
b)Kinder mit der EJ-Form der metachromatischen Leukodystrophie mit frühzeitiger klinischer…Nicht quantifizierbarAnhaltspunktNicht bewertbarNicht bewertbarEs liegen keine Daten vorNicht bewertbar
So lesen Sie die Symbole
  • ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
  • ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • n.b.: nicht bewertbar
  • Ø Es liegen keine Daten vor

Anwendungsgebiet

Behandlung von metachromatischer Leukodystrophie (MLD), die durch Mutationen in beiden Allelen des Gens für die Arylsulfatase A (ARSA) gekennzeichnet ist, welche zu einer Verringerung der enzymatischen Aktivität von ARSA führt: bei Kindern mit im späten Säuglings- oder frühen…Gesamten Text anzeigen

Behandlung von metachromatischer Leukodystrophie (MLD), die durch Mutationen in beiden Allelen des Gens für die Arylsulfatase A (ARSA) gekennzeichnet ist, welche zu einer Verringerung der enzymatischen Aktivität von ARSA führt: bei Kindern mit im späten Säuglings- oder frühen Kindesalter auftretenden Formen, ohne klinische Manifestation der Erkrankung; bei Kindern mit der im frühen Kindesalter auftretenden Form mit frühzeitiger klinischer Manifestation der Erkrankung, die jedoch noch selbständig gehen können, vor dem Einsetzen einer kognitiven Verschlechterung.

Subpopulation a)

ErheblichAnhaltspunkt
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Kinder mit im späten Säuglingsalter (Late Infantile (LI)) oder frühen Kindesalter (Early Juvenile (EJ)) auftretenden Formen der metachromatischer Leukodystrophie (MLD) ohne klinische Manifestation der Erkrankung

Zusatznutzen

Ausmaß des Zusatznutzens und Aussagekraft der Nachweise von Atidarsagen autotemcel:

Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen
  • Beleg
  • Hinweis
  • Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
  • Erheblich: Nachhaltige und bisher nicht erreichte große Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Heilung, erhebliche Verlängerung der Überlebensdauer, langfristige Freiheit von schwerwiegenden Symptomen, weitgehende Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen
  • Beträchtlich
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar
  • Ist nicht belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
MorbiditätPositiver Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitVorteile in motorischer Entwicklung (GMFM).
LebensqualitätEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vor.
NebenwirkungenNicht bewertbarDie Daten sind nicht bewertbar.

Aktiver Wirkstoff

Atidarsagen autotemcel

Zweckmäßige Vergleichstherapie

k. A.

ICD-Codes

Diagnosen

  • Metachromatische Leukodystrophie
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des Wirkstoffes Atidarsagen autotemcel (im Folgenden OTL-200). Libmeldy wurde als Orphan Drug zugelassen und wird angewendet zur Behandlung von metachromatischer Leukodystrophie (MLD), die durch Mutationen in beiden Allelen des Gens für die Arylsulfatase A (ARSA) gekennzeichnet ist, welche zu einer Verringerung der enzymatischen Aktivität von ARSA führt: bei Kindern mit im späten Säuglings- oder frühen Kindesalter auftretenden Formen, ohne klinische Manifestation der Erkrankung; bei Kindern mit der im frühen Kindesalter auftretenden Form mit frühzeitiger klinischer Manifestation der Erkrankung, die jedoch noch selbständig gehen können, vor dem Einsetzen einer kognitiven Verschlechterung. In dem zu betrachtenden Anwendungsgebiet werden zwei Patientengruppen unterschieden:
  1. Kinder mit im späten Säuglingsalter (Late Infantile (LI)) oder frühen Kindesalter (Early Juvenile (EJ)) auftretenden Formen der MLD ohne klinische Manifestation der Erkrankung
  2. Kinder mit der EJ-Form der metachromatischen Leukodystrophie mit frühzeitiger klinischer Manifestation der Erkrankung, die jedoch noch selbstständig gehen können, vor dem Einsetzen einer kognitiven Verschlechterung
Zu a) Für diese Patientengruppe kann der mit dem Dossier vorgelegte indirekte Vergleich für die Gesamtpopulation aufgrund methodischer Limitationen nicht zur Quantifizierung des Zusatznutzens verwendet werden. Daher wird vorwiegend – unter Berücksichtigung der Schwere und der Progredienz der Erkrankung – die durchgeführte Geschwisterkinder-Analyse berücksichtigt. Auch diese ist mit Limitationen und Unsicherheiten verbunden, wird jedoch aufgrund des sehr ähnlichen Krankheitsverlaufs bei Geschwistern und der damit verbundenen hinreichenden Strukturgleichheit der Vergleichsarme, der großen Effekte in der Endpunktkategorie Morbidität, die nicht allein durch Zufallseffekte auf Basis dieser Unsicherheiten erklärbar sind, zur Quantifizierung des Zusatznutzens herangezogen. Da in der Geschwisterkinder-Analyse im OTL-200-Arm fast ausschließlich präsymptomatische Kinder eingeschossen wurden, lassen sich hier für die Patientenpopulation a) Aussagen zur Quantifizierung zum Zusatznutzen ableiten.

Für das Gesamtüberleben zeigte sich in der Geschwisterkinder-Analyse ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von OTL-200 gegenüber dem natürlichen Verlauf der Erkrankung. Insgesamt ist die Beobachtungsdauer der mit OTL-200 behandelten Kinder jedoch zu kurz um belastbare Aussagen zum Zusatznutzen abzuleiten.

Für die Endpunktkategorie Morbidität kann, maßgeblich basierend auf den Ergebnissen zum GMFM (Gross Motor Function Measure), ein dramatischer Effekt von OTL-200 gegenüber der natürlichen Verlaufskontrolle abgeleitet werden.

Für die Endpunktkategorie Lebensqualität liegen keine Daten vor.

Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen ist aufgrund der bisherigen Beobachtungsdauern, der geringen Anzahl der mit OTL-200 behandelten Kinder und der fehlenden Kontrolldaten eine abschließende Einschätzung zur Sicherheit von OTL-200 nicht möglich.

Insgesamt stellt der G-BA für OTL-200 für Patientengruppe a) einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen fest.

Der Beschluss des GBA wird bis zum 01. Juli 2024 befristet.

Subpopulation b)

Nicht quantifizierbarAnhaltspunkt
↑ Zurück zur Übersicht
Kinder mit der EJ-Form der metachromatischen Leukodystrophie mit frühzeitiger klinischer Manifestation der Erkrankung, die jedoch noch selbstständig gehen können, vor dem Einsetzen einer kognitiven Verschlechterung

Zusatznutzen

Ausmaß des Zusatznutzens und Aussagekraft der Nachweise von Atidarsagen autotemcel:
Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt
  • Beleg
  • Hinweis
  • Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
  • Erheblich
  • Beträchtlich
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar: Die wissenschaftliche Datengrundlage lässt keine Quantifizierung zu
  • Ist nicht belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätNicht bewertbarDie Daten sind nicht bewertbar
MorbiditätNicht bewertbarDie Daten sind nicht bewertbar
LebensqualitätEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vor
NebenwirkungenNicht bewertbarDie Daten sind nicht bewertbar

Aktiver Wirkstoff

Atidarsagen autotemcel

Zweckmäßige Vergleichstherapie

k. A.

ICD-Codes

Diagnosen

  • Metachromatische Leukodystrophie
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des Wirkstoffes Atidarsagen autotemcel (im Folgenden OTL-200). Libmeldy wurde als Orphan Drug zugelassen und wird angewendet zur Behandlung von metachromatischer Leukodystrophie (MLD), die durch Mutationen in beiden Allelen des Gens für die Arylsulfatase A (ARSA) gekennzeichnet ist, welche zu einer Verringerung der enzymatischen Aktivität von ARSA führt: bei Kindern mit im späten Säuglings- oder frühen Kindesalter auftretenden Formen, ohne klinische Manifestation der Erkrankung; bei Kindern mit der im frühen Kindesalter auftretenden Form mit frühzeitiger klinischer Manifestation der Erkrankung, die jedoch noch selbständig gehen können, vor dem Einsetzen einer kognitiven Verschlechterung. In dem zu betrachtenden Anwendungsgebiet werden zwei Patientengruppen unterschieden:
  1. Kinder mit im späten Säuglingsalter (Late Infantile (LI)) oder frühen Kindesalter (Early Juvenile (EJ)) auftretenden Formen der MLD ohne klinische Manifestation der Erkrankung
  2. Kinder mit der EJ-Form der metachromatischen Leukodystrophie mit frühzeitiger klinischer Manifestation der Erkrankung, die jedoch noch selbstständig gehen können, vor dem Einsetzen einer kognitiven Verschlechterung
Zu b) Für diese Patientengruppe liegen Ergebnisse eines integrierten Datensatzes, der die vier Zulassungsstudien umfasst, im Vergleich zu einer historischen Kontrolle zum natürlichen Verlauf der Erkrankung (TIGET-NHx Studie) vor. Da jedoch keine separaten Auswertungen für diese Patientenpopulation vorliegen, kann keine Quantifizierung des Zusatznutzens vorgenommen werden. In der Gesamtbewertung der für die Nutzenbewertung relevanten Daten stuft der G-BA den Zusatznutzen von OTL-200 für Patientengruppe b) als nicht quantifizierbar ein, weil die wissenschaftliche Datengrundlage eine Quantifizierung nicht zulässt. Die Aussagekraft der Nachweise wird in die Kategorie „Anhaltspunkt“ eingestuft.

Der Beschluss des GBA wird bis zum 01. Juli 2024 befristet.

Die Bezeichnungen der ATC-Gruppen sind die amtlichen Titel der ATC-GM, Version 2026.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ist Urheber der ATC-GM mit DDD, die auf dem vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology herausgegebenen Werk mit dem Titel „ATC Index with DDDs and Guidelines for ATC Classification and DDD Assignment“ beruht. Die amtliche Veröffentlichung erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Datenstand: 29.10.2026