Ergebnis auf einen Blick

Zusatznutzen

Beträchtlich

Aussagesicherheit

Hinweis

Mortalität
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Morbidität
Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit
Lebensqualität
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Nebenwirkungen
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
So lesen Sie die Symbole
  • ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
  • ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • n.b.: nicht bewertbar
  • Ø Es liegen keine Daten vor

Anwendungsgebiet

Givlaari ist indiziert für die Behandlung einer akuten hepatischen Porphyrie (AHP) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren.

Patientengruppe

Patienten ab 12 Jahren mit einer akuten hepatischen Porphyrie (AHP)

Zusatznutzen

Ausmaß des Zusatznutzens und Aussagekraft der Nachweise von Givosiran:

Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen
  • Beleg
  • Hinweis: Eine gute, größere Studie liegt vor
  • Anhaltspunkt
  • Erheblich
  • Beträchtlich: Bisher nicht erreichte deutliche Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Abschwächung schwerwiegender Symptome, moderate Verlängerung der Lebensdauer, spürbare Linderung der Erkrankung, relevante Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen oder bedeutsame Vermeidung anderer Nebenwirkungen
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar
  • Ist nicht belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedEs traten keine Todesfälle auf.
MorbiditätPositiver Effekt bei hoher AussagesicherheitVorteil bei akuten Porphyrie-Attacken, Vorteil im Gesundheitszustand
LebensqualitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
NebenwirkungenKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede

Aktiver Wirkstoff

Givosiran

Zweckmäßige Vergleichstherapie

k. A.

ICD-Codes

Diagnosen

  • Akute hepatische Porphyrie
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des neuen Arzneimittels „Givlaari“ mit dem Wirkstoff „Givosiran“. Givlaari ist als Orphan Drug für die Behandlung einer akuten hepatischen Porphyrie (AHP) bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren zugelassen. Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer die pivotale Phase-III- Zulassungsstudie ENVISION (ALN-AS1-003) vor, in der Givosiran in einer 6-monatigen, randomisierten, doppelblinden und kontrollierten Behandlungsphase mit Placebo verglichen wurde. In der Studie wurden nur erwachsene Patienten ab 18 Jahren untersucht, von denen ungefähr 95% eine akute intermittierende Porphyrie (AIP) aufweisen. 5 Patienten der insgesamt 94 Patienten der Studie weisen eine der selteneren AHP-Formen auf.

Auf Basis der Studie ENVISION liegen Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und zu Nebenwirkungen vor.

Es traten keine Todesfälle auf. In der Kategorie Morbidität zeigt sich für den klinisch relevanten Endpunkt „Akute Porphyrie-Attacken“ sowohl für die Anzahl der Attacken bzw. die berechnete jährliche Attackenrate als auch für die Anzahl an Patienten ohne Attacke (Attackenfreiheit) ein statistisch signifikanter Vorteil von Givosiran gegenüber Placebo. Die Ergebnisse zum Gesundheitszustand, beurteilt durch die Patienten mittels Patient Global Impression of Change, zeigen ebenfalls einen statistisch signifikanten Vorteil von Givosiran gegenüber Placebo.

Für die weiteren bewertungsrelevanten Morbiditätsendpunkte Schmerzintensität, Fatigue, Übelkeit und Gesundheitszustand mittels EQ-5D-VAS zeigen sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.

In der Kategorie der Lebensqualität zeigt sich für Givosiran gegenüber Placebo ein statistisch signifikanter Vorteil in der Physical Component Summary (PCS) des SF-12, der jedoch aufgrund unsicherer klinischer Relevanz für die Bewertung des Zusatznutzens nicht berücksichtigt werden kann. In der Mental Component Summary (MCS) des SF-12 zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen.

In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigen sich in den Gesamtraten keine relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.

Das Verzerrungspotenzial wird endpunktübergreifend auf Studienebene trotz einiger Unsicherheiten als niedrig eingeschätzt. Die Ergebnissicherheit ist insgesamt aufgrund der geringen Studiengröße, aufgrund fehlender Daten von Patienten zwischen 12 und 18 Jahren bzw. eines sehr geringen Anteils an Daten von Patienten mit seltenen AHP-Formen, sowie bei den Endpunkten Schmerzintensität, Fatigue und Übelkeit aufgrund der Ermittlung der Baseline-Werte, eingeschränkt.

In der Gesamtschau wird ein Hinweis für einen beträchtlichen Zusatznutzen von Givosiran gegenüber Placebo festgestellt.

Die Bezeichnungen der ATC-Gruppen sind die amtlichen Titel der ATC-GM, Version 2026.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ist Urheber der ATC-GM mit DDD, die auf dem vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology herausgegebenen Werk mit dem Titel „ATC Index with DDDs and Guidelines for ATC Classification and DDD Assignment“ beruht. Die amtliche Veröffentlichung erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Datenstand: 29.10.2026