↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Morbidität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Lebensqualität
n.b.Nicht bewertbar
Nebenwirkungen
↓Negativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Vandetanib ist indiziert für Jugendliche und Kinder im Alter von 5 Jahren und älter für die Behandlung eines aggressiven und symptomatischen medullären Schilddrüsenkarzinoms (MTC) bei Patienten mit nicht resektabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung.
Patientengruppe
Jugendliche und Kinder im Alter von 5 Jahren und älter für die Behandlung eines aggressiven und symptomatischen medullären Schilddrüsenkarzinoms (MTC) bei Patienten mit nicht resektabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens gegenüber Best-Supportive-Care:
Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen auf der Grundlage der Übertragung von Evidenz auf eine pädiatrische Population, vergleichende Daten für die pädiatrische Population liegen nicht vor.
Beleg
Hinweis
Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
Erheblich
Beträchtlich
Gering
Nicht quantifizierbar: Die wissenschaftliche Datengrundlage lässt keine Quantifizierung zu
Ist nicht belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede unter Evidenzübertragung der Ergebnisse von Erwachsenen.
Morbidität
↑Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Vorteil im Endpunkt Zeit bis zur Schmerzprogression unter Evidenzübertragung der Ergebnisse von Erwachsenen.
Lebensqualität
n.b.Nicht bewertbar
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Nebenwirkungen
↓Negativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nachteile bei schweren UE unter Evidenzübertragung der Ergebnisse von Erwachsenen. Im Detail Nachteil bei häufigen UE bzw. UE von besonderem Interesse.
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des Arzneimittels Caprelsa mit dem Wirkstoff Vantedanib aufgrund eines neuen Anwendungsgebiets. Caprelsa wurde zugelassen zur Behandlung des aggressiven und symptomatischen medullären Schilddrüsenkarzinoms bei Jugendlichen und Kindern im Alter von 5 Jahren und älter mit nicht resektabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung.
Für die Nutzenbewertung von Vandetanib bei Kindern und Jugendlichen mit medullärem Schilddrüsenkarzinom extrapoliert der pharmazeutische Unternehmer die Ergebnisse der Vandetanib-Behandlung bei Erwachsenen (Studie 58) auf die Zielpopulation der Jugendlichen und Kinder. Des Weiteren zieht der pharmazeutische Unternehmer für die Extrapolation die Ergebnisse der pädiatrischen Studie IRUSZACT0098 (Studie 98) heran.
Die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ist identisch (Best-Supportive-Care), womit ein maßgebliches Kriterium für einen Evidenztransfer in der Nutzenbewertung gegeben ist. Bei den anzulegenden Maßstäben für die Anerkennung von Evidenz auf Grundlage einer niedrigen Evidenzstufe werden zudem die Besonderheiten und Limitierungen in der Durchführung von pädiatrischen klinischen Studien berücksichtigt.
Der Endpunkt „Zeit bis zur Schmerzprogression“ wurde in der Kinderstudie nicht erhoben. Auch geht aus den Daten der Kinderstudie nicht eindeutig hervor, inwieweit die eingeschlossenen Patienten überwiegend eine symptomatische Erkrankung aufwiesen. Die mit Vandetanib behandelten Kinder und Jugendlichen wiesen jedoch nahezu ausnahmslos eine hereditäre M918T-Mutation im RET-Protoonkogen auf. Diese Mutation ist ursachlich für das MEN2B-Krankheitsbild und mit einem aggressiven Krankheitsverlauf assoziiert. Aufgrund der bekannten Pathologie der Erkrankung und unter Berücksichtigung des Stands der medizinischen Erkenntnisse zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen ist daher von Schmerzen bei Jugendlichen und Kindern in dem vorliegenden Krankheitsstadium auszugehen. Vor diesem Hintergrund sowie in Anbetracht der Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit der Kinderstudie, die gegenüber den Ergebnissen der Erwachsenenstudie weitestgehend gleichgerichtete Effekte aufweist und angesichts der identischen zweckmäßigen Vergleichstherapien für beide Populationen, wird von einer Übertragbarkeit des festgestellten Zusatznutzens des Endpunktes „Zeit bis zur Schmerzprogression“ von der Erwachsenenpopulation auf die pädiatrische Population ausgegangen.
Auf der Grundlage der Übertragung von Evidenz der Erwachsenenstudie auf die pädiatrische Population stellt der G-BA einen Zusatznutzen von Vandetanib fest, der nicht quantifizierbar ist, weil die wissenschaftliche Datenlage dies zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zulässt.