Ergebnis auf einen Blick

Zusatznutzen

Ist nicht belegt
Mortalität
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Morbidität
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Lebensqualität
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Nebenwirkungen
Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
So lesen Sie die Symbole
  • ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
  • ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • n.b.: nicht bewertbar
  • Ø Es liegen keine Daten vor

Anwendungsgebiet

Kevzara ist indiziert zur Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) bei erwachsenen Patienten, die auf Corticosteroide unzureichend angesprochen haben oder bei denen ein Rezidiv während des Ausschleichens der Corticosteroide auftritt.

Patientengruppe

Erwachsene mit Polymyalgia rheumatica, die auf Glukokortikoide unzureichend angesprochen haben oder bei denen ein Rezidiv während des Ausschleichens der Glukokortikoide auftritt.

Zusatznutzen

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Sarilumab gegenüber Prednison ggf. mit Methotrexat:
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Erheblich
  • Beträchtlich
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar
  • Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedEs traten keine Todesfälle auf.
MorbiditätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
LebensqualitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
NebenwirkungenKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKeine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.

Aktiver Wirkstoff

Sarilumab

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Eine individualisierte Therapie unter Auswahl von systemischen Glukokortikoiden und der Kombination von Glukokortikoiden mit Methotrexat.

ICD-Codes

Diagnosen

  • Polymyalgia rheumatica
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Sarilumab. Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet „Kevzara ist indiziert zur Behandlung der Polymyalgia rheumatica (PMR) bei erwachsenen Patienten, die auf Corticosteroide unzureichend angesprochen haben oder bei denen ein Rezidiv während des Ausschleichens der Corticosteroide auftritt.“.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine individualisierte Therapie unter Auswahl von systemischen Glukokortikoiden und der Kombination von Glukokortikoiden mit Methotrexat bestimmt.
Für die Bewertung des Zusatznutzens von Sarilumab liegen die Ergebnisse der randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Studie SAPHYR vor, in der die Wirksamkeit und Sicherheit von Sarilumab + Prednison mit Placebo + Prednison über 52 Wochen verglichen wurde. Prednison wurde in beiden Armen nach einem jeweilig festgelegten Dosierungsschema ausgeschlichen. Individuelle Anpassungen waren zwar durch die Gabe von zusätzlichem Prednison bis Woche 12 und von einer Notfallmedikation über die gesamte Behandlungsphase grundsätzlich möglich, jedoch ergeben sich durch die gewählte Operationalisierung vor allem bei der Beurteilung des Endpunkts „anhaltende Remission“ relevante Einschränkungen.
Eine MTX-Therapie konnte entweder in stabiler Dosierung fortgeführt oder als Notfallmedikation eingesetzt werden. Unklar ist jedoch, ob für einen Teil der Studienteilnehmenden eine zusätzliche Gabe von MTX zur Behandlung des Rezidivs angezeigt gewesen wäre.
Für die Endpunktkategorien Mortalität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen zeigten sich in der Studie SAPHYR weder Vor- noch Nachteile für Sarilumab gegenüber Placebo.
Für die Endpunktkategorie Morbidität zeigt sich in den Endpunkten „Dauer der Morgensteifigkeit“ und „Beweglichkeit der oberen Gliedmaßen“ jeweils ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Sarilumab. Für den Endpunkt „Beweglichkeit der oberen Gliedmaßen“ lässt sich jedoch nicht ableiten, dass der beobachtete Effekt klinisch relevant ist. Bei dem Endpunkt Morgensteifigkeit lässt sich aufgrund von Unsicherheiten in Bezug auf die konkrete Operationalisierung und den Unterschieden in den Baseline-Werten ein Zusatznutzen nicht ableiten.
Für den Endpunkt „anhaltende Remission“ liegen keine für die Nutzenbewertung geeigneten Operationalisierungen vor. Als besonders kritisch wird erachtet, dass der Endpunkt nicht erreicht werden konnte, wenn eine Anpassung der Glukokortikoidtherapie im Sinne einer Notfalltherapie erfolgte, da diese Patient:innen dann als Non-Responder gewertet wurden. Diese Operationalisierung benachteiligt potentiell insbesondere den Vergleichsarm, in dem wegen einer fehlenden einheitlichen zusätzlichen Therapie (wie Sarilumab) die Patient:innen besonders auf eine optimal gewählte und flexible Glukokortikoidtherapie angewiesen waren.
Für die Endpunkte Schmerz, körperlicher Funktionsstatus, patientenberichtete globale Einschätzung der Krankheitsaktivität, Fatigue und Gesundheitszustand liegen weder Vor- noch ein Nachteile von Sarilumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.
In der Gesamtschau ist daher für Erwachsene mit Polymyalgia rheumatica, die auf Glukokortikoide unzureichend angesprochen haben oder bei denen ein Rezidiv während des Ausschleichens der Glukokortikoide auftritt, ein Zusatznutzen für Sarilumab gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt.

Beschlüsse zu Kevzara (3)

    • M06 Sonstige chronische Polyarthritis
    • M05 Seropositive chronische Polyarthritis
    Ist nicht belegtBeträchtlich
  1. Dieser Beschluss

    • M35 Sonstige Krankheiten mit Systembeteiligung des Bindegewebes
    Ist nicht belegt
    • M08 Juvenile Arthritis
    Ist nicht belegt

Die Bezeichnungen der ATC-Gruppen sind die amtlichen Titel der ATC-GM, Version 2026.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ist Urheber der ATC-GM mit DDD, die auf dem vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology herausgegebenen Werk mit dem Titel „ATC Index with DDDs and Guidelines for ATC Classification and DDD Assignment“ beruht. Die amtliche Veröffentlichung erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Datenstand: 29.10.2026