Übersicht der Subpopulationen

3 Subpopulationen mit unterschiedlichem Ergebnis

  • Ist nicht belegt (b, c)
  • Geringerer Nutzen (a)
Übersicht der Subpopulationen
Übersicht der SubpopulationenPatientengruppenZusatznutzenAussagesicherheitMortalitätMorbiditätLebensqualitätNebenwirkungen
a)a1) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine…Geringerer NutzenAnhaltspunktKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
b)b) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine…Ist nicht belegt–Es liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vor
c)a2) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine…Ist nicht belegt–Kein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
So lesen Sie die Symbole
  • ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
  • ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
  • ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
  • n.b.: nicht bewertbar
  • Ø Es liegen keine Daten vor

Anwendungsgebiet

Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.

Subpopulation a)

Geringerer NutzenAnhaltspunkt
↑ Zurück zur Übersicht
a1) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben; Erwachsene ohne HRR-Defizienz.

Zusatznutzen

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid:

a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz

Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen
  • Beleg
  • Hinweis
  • Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
  • Erheblich
  • Beträchtlich
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar
  • Ist nicht belegt
  • Geringerer Nutzen: Nutzen des Arzneimittels ist geringer als der Nutzen der zweckmäßigen Vergleichstherapie

Endpunktübersicht

MortalitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
MorbiditätNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitNachteile in den Symptomskalen „Übelkeit und Erbrechen“, „Fatigue“, „Dyspnoe“ und „Appetitverlust“.
LebensqualitätNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitNachteile in den Funktionsskalen „globaler Gesundheitsstatus“, „körperliche Funktion“ und „Rollenfunktion“.
NebenwirkungenNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitNachteile in schweren UEs, SUEs und Abbruch wegen UEs. Im Detail Nachteile bei einzelnen spezifischen UEs.

Aktiver Wirkstoff

Talazoparib

Zweckmäßige Vergleichstherapie

‒ Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist) oder ‒ Enzalutamid (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist) oder ‒ Olaparib als Monotherapie (nur für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch), deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist) oder ‒ Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit BRCA-Mutationen sowie für Patienten ohne BRCA-Mutationen mit symptomatischem Verlauf der Erkrankung)

ICD-Codes

Diagnosen

  • Metastasierendes Prostatakarzinom
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
„Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Talazoparib:

„Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.“

In diesem Anwendungsgebiet wurden der Fragestellung für die Nutzenbewertung zwei Patientengruppen zugrunde gelegt. Diese unterscheiden sich darin, ob die Patienten eine vorherige Therapie oder keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben:

a) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

und

b) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

zu a)

Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie oder Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus.

Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Daten der Studie TALAPRO-2 vor. In Teil 2 dieser zweiteiligen randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Phase III Studie wurden Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben im Verhältnis 1:1 in den Behandlungs- (Talazoparib + Enzalutamid) sowie den Kontrollarm (Enzalutamid) randomisiert. Die Bewertung basiert auf dem FDA-Datenschnitt der Studie TALAPRO-2 vom 28. März 2023.

Für die Nutzenbewertung wurden die vom IQWiG metaanalytisch zusammengefassten Daten der nicht überlappenden Auswertungs-Kohorten 1 (Patienten ohne HRR-Defizienz) und 2 (Patienten mit HRR-Defizienz) zur Bewertung des Zusatznutzens herangezogen.

Bei mehreren Endpunkten zeigt sich konsistent eine Effektmodifikation durch das Merkmal „HRR-Gen-Mutationsstatus“. Daher wurde eine getrennte Bewertung des Zusatznutzens für Erwachsene ohne HRR-Defizienz und Erwachsene mit HRR-Defizienz vorgenommen:

a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz

a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz

zu a1)

In der Endpunktkategorie Mortalität zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. In der Betrachtung der Ergebnisse bei Erwachsenen ohne HRR-Defizienz zeigt sich ebenfalls kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

Für die Endpunktkategorien Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen lassen sich unter Berücksichtigung der in der vorliegenden Bewertung herangezogenen Endpunkte für Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid insgesamt ausschließlich Nachteile feststellen. Bei gleichzeitiger Abwesenheit eines positiven Effektes in der Endpunktkategorie Mortalität, lässt sich daher vertretbar ableiten, dass Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid für der Behandlung von Erwachsenen mit unvorbehandeltem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom ohne HRR-Defizienz einen geringeren Nutzen aufweist als eine Monotherapie mit Enzalutamid.

Insbesondere aufgrund der Unsicherheit, inwieweit für alle Patienten in der Studie TALAPRO-2 eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert war resultiert bezüglich der Aussagekraft der Nachweise ein „Anhaltspunkt“ für einen Zusatznutzen.

Subpopulation b)

Ist nicht belegt
↑ Zurück zur Übersicht
b) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

Zusatznutzen

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie:

Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
  • Erheblich
  • Beträchtlich
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar
  • Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vor.
MorbiditätEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vor.
LebensqualitätEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vor.
NebenwirkungenEs liegen keine Daten vorEs liegen keine Daten vor.

Aktiver Wirkstoff

Talazoparib

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Patientenindividuelle Therapie unter Auswahl von ­- Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist), ­- Enzalutamid (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet), ­- Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon und ­- Olaparib als Monotherapie (nur für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch), deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist) unter Berücksichtigung der Vortherapie(n) und des BRCA1/2-Mutationsstatus.

ICD-Codes

Diagnosen

  • Metastasierendes Prostatakarzinom
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
„Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Talazoparib:

„Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.“

In diesem Anwendungsgebiet wurden der Fragestellung für die Nutzenbewertung zwei Patientengruppen zugrunde gelegt. Diese unterscheiden sich darin, ob die Patienten eine vorherige Therapie oder keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben:

a) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

und

b) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

zu a)

Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie oder Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus.

Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Daten der Studie TALAPRO-2 vor. In Teil 2 dieser zweiteiligen randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Phase III Studie wurden Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben im Verhältnis 1:1 in den Behandlungs- (Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid) sowie den Kontrollarm (Enzalutamid) randomisiert. Die Bewertung basiert auf dem FDA-Datenschnitt der Studie TALAPRO-2 vom 28. März 2023.

Für die Nutzenbewertung wurden die vom IQWiG metaanalytisch zusammengefassten Daten der nicht überlappenden Auswertungs-Kohorten 1 (Patienten ohne HRR-Defizienz) und 2 (Patienten mit HRR-Defizienz) zur Bewertung des Zusatznutzens herangezogen.

Bei mehreren Endpunkten zeigt sich konsistent eine Effektmodifikation durch das Merkmal „HRR-Gen-Mutationsstatus“. Daher wurde eine getrennte Bewertung des Zusatznutzens für Erwachsene ohne HRR-Defizienz und Erwachsene mit HRR-Defizienz vorgenommen:

a) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz

a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz

zu b)

Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst eine patientenindividuelle Auswahl von Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie sowie Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus und unter Berücksichtigung der Vortherapie(n) und des BRCA1/2-Mutationsstatus.

Zu dieser Patientengruppe liegen keine Daten vor, die eine Bewertung des Zusatznutzens ermöglichen. Ein Zusatznutzen ist daher nicht belegt.

Subpopulation c)

Ist nicht belegt
↑ Zurück zur Übersicht
a2) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben; Erwachsene mit HRR-Defizienz

Zusatznutzen

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid:

a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz

Ein Zusatznutzen ist nicht belegt
  • Erheblich
  • Beträchtlich
  • Gering
  • Nicht quantifizierbar
  • Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
  • Geringerer Nutzen

Endpunktübersicht

MortalitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedKein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
MorbiditätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedVorteile in den Symptomskalen „Schmerzen“ und „Symptome des Harntraktes“; Nachteile in den Symptomskalen „Übelkeit und Erbrechen“, „Fatigue“, „Dyspnoe“ und „Appetitverlust“; insgesamt keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
LebensqualitätKein statistisch signifikanter oder relevanter UnterschiedIn der Gesamtschau aller Ergebnisse kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied; für die Funktionsskala „körperliche Funktion“ zeigt sich ein positiver Effekt.
NebenwirkungenNegativer Effekt bei niedriger oder unklarer AussagesicherheitNachteile in schweren UEs, SUEs und Abbruch wegen UEs. Im Detail Nachteile bei einzelnen spezifischen UEs.

Aktiver Wirkstoff

Talazoparib

Zweckmäßige Vergleichstherapie

‒ Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist) oder ‒ Enzalutamid (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist) oder ‒ Olaparib als Monotherapie (nur für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch), deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist) oder ‒ Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit BRCA-Mutationen sowie für Patienten ohne BRCA-Mutationen mit symptomatischem Verlauf der Erkrankung)

ICD-Codes

Diagnosen

  • Metastasierendes Prostatakarzinom
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
„Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Talazoparib:

„Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.“

In diesem Anwendungsgebiet wurden der Fragestellung für die Nutzenbewertung zwei Patientengruppen zugrunde gelegt. Diese unterscheiden sich darin, ob die Patienten eine vorherige Therapie oder keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben:

a) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

und

b) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben

zu a)

Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie oder Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus.

Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Daten der Studie TALAPRO-2 vor. In Teil 2 dieser zweiteiligen randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Phase III Studie wurden Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben im Verhältnis 1:1 in den Behandlungs- (Talazoparib + Enzalutamid) sowie den Kontrollarm (Enzalutamid) randomisiert. Die Bewertung basiert auf dem FDA-Datenschnitt der Studie TALAPRO-2 vom 28. März 2023.

Für die Nutzenbewertung wurden die vom IQWiG metaanalytisch zusammengefassten Daten der nicht überlappenden Auswertungs-Kohorten 1 (Patienten ohne HRR-Defizienz) und 2 (Patienten mit HRR-Defizienz) zur Bewertung des Zusatznutzens herangezogen.

Bei mehreren Endpunkten zeigt sich konsistent eine Effektmodifikation durch das Merkmal „HRR-Gen-Mutationsstatus“. Daher wurde eine getrennte Bewertung des Zusatznutzens für Erwachsene ohne HRR-Defizienz und Erwachsene mit HRR-Defizienz vorgenommen:

a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz

a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz

zu a2)

In der Endpunktkategorie Mortalität zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied. Bei Betrachtung der Ergebnisse zum Gesamtüberleben bei Patienten mit HRR-Defizienz zeigt sich zwar ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid, jedoch ohne statistisch signifikanten Interaktionstest. Vor diesem Hintergrund ist keine Ableitung eines Zusatznutzens erlaubt.

In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich sowohl positive als auch negative Effekte, sodass insgesamt weder ein Vor- noch ein Nachteil in der Morbidität abgeleitet werden kann.

Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigen sich keine bewertungs-relevanten Unterschiede.

Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lassen sich für Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid Nachteile feststellen.

Somit liegen in den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität weder Vor- noch Nachteile vor. In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigen sich dagegen Nachteile. In einer Abwägungsentscheidung wird vom G-BA festgestellt, dass ein Zusatznutzen für Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid für Patienten mit unvorbehandeltem mCRPC und mit HRR-Defizienz nicht belegt ist.

Beschlüsse zu Talzenna (2)

    • C50 Bösartige Neubildung der Brustdrüse [Mamma]
    Beträchtlich
  1. Dieser Beschluss

    • C61 Bösartige Neubildung der Prostata
    Geringerer NutzenIst nicht belegt

Die Bezeichnungen der ATC-Gruppen sind die amtlichen Titel der ATC-GM, Version 2026.

Das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) ist Urheber der ATC-GM mit DDD, die auf dem vom WHO Collaborating Centre for Drug Statistics Methodology herausgegebenen Werk mit dem Titel „ATC Index with DDDs and Guidelines for ATC Classification and DDD Assignment“ beruht. Die amtliche Veröffentlichung erfolgt durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).

Datenstand: 29.10.2026