a2) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine…
Ist nicht belegt
–
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
↓Negativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
So lesen Sie die Symbole
↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
n.b.: nicht bewertbar
Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.
a1) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben; Erwachsene ohne HRR-Defizienz.
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid:
a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz
Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen
Beleg
Hinweis
Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
Erheblich
Beträchtlich
Gering
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt
Geringerer Nutzen: Nutzen des Arzneimittels ist geringer als der Nutzen der zweckmäßigen Vergleichstherapie
Endpunktübersicht
Mortalität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
Morbidität
↓Negativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nachteile in den Symptomskalen „Übelkeit und Erbrechen“, „Fatigue“, „Dyspnoe“ und „Appetitverlust“.
Lebensqualität
↓Negativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nachteile in den Funktionsskalen „globaler Gesundheitsstatus“, „körperliche Funktion“ und „Rollenfunktion“.
Nebenwirkungen
↓Negativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nachteile in schweren UEs, SUEs und Abbruch wegen UEs. Im Detail Nachteile bei einzelnen spezifischen UEs.
Aktiver Wirkstoff
Talazoparib
Zweckmäßige Vergleichstherapie
‒ Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist)
oder
‒ Enzalutamid (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist)
oder
‒ Olaparib als Monotherapie (nur für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch), deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist)
oder
‒ Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit BRCA-Mutationen sowie für Patienten ohne BRCA-Mutationen mit symptomatischem Verlauf der Erkrankung)
„Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Talazoparib:
„Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.“
In diesem Anwendungsgebiet wurden der Fragestellung für die Nutzenbewertung zwei Patientengruppen zugrunde gelegt. Diese unterscheiden sich darin, ob die Patienten eine vorherige Therapie oder keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben:
a) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
und
b) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
zu a)
Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie oder Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus.
Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Daten der Studie TALAPRO-2 vor. In Teil 2 dieser zweiteiligen randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Phase III Studie wurden Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben im Verhältnis 1:1 in den Behandlungs- (Talazoparib + Enzalutamid) sowie den Kontrollarm (Enzalutamid) randomisiert. Die Bewertung basiert auf dem FDA-Datenschnitt der Studie TALAPRO-2 vom 28. März 2023.
Für die Nutzenbewertung wurden die vom IQWiG metaanalytisch zusammengefassten Daten der nicht überlappenden Auswertungs-Kohorten 1 (Patienten ohne HRR-Defizienz) und 2 (Patienten mit HRR-Defizienz) zur Bewertung des Zusatznutzens herangezogen.
Bei mehreren Endpunkten zeigt sich konsistent eine Effektmodifikation durch das Merkmal „HRR-Gen-Mutationsstatus“. Daher wurde eine getrennte Bewertung des Zusatznutzens für Erwachsene ohne HRR-Defizienz und Erwachsene mit HRR-Defizienz vorgenommen:
a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz
a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz
zu a1)
In der Endpunktkategorie Mortalität zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. In der Betrachtung der Ergebnisse bei Erwachsenen ohne HRR-Defizienz zeigt sich ebenfalls kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
Für die Endpunktkategorien Morbidität, gesundheitsbezogene Lebensqualität und Nebenwirkungen lassen sich unter Berücksichtigung der in der vorliegenden Bewertung herangezogenen Endpunkte für Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid insgesamt ausschließlich Nachteile feststellen. Bei gleichzeitiger Abwesenheit eines positiven Effektes in der Endpunktkategorie Mortalität, lässt sich daher vertretbar ableiten, dass Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid für der Behandlung von Erwachsenen mit unvorbehandeltem metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom ohne HRR-Defizienz einen geringeren Nutzen aufweist als eine Monotherapie mit Enzalutamid.
Insbesondere aufgrund der Unsicherheit, inwieweit für alle Patienten in der Studie TALAPRO-2 eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert war resultiert bezüglich der Aussagekraft der Nachweise ein „Anhaltspunkt“ für einen Zusatznutzen.
b) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
Erheblich
Beträchtlich
Gering
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
ØEs liegen keine Daten vor
Es liegen keine Daten vor.
Morbidität
ØEs liegen keine Daten vor
Es liegen keine Daten vor.
Lebensqualität
ØEs liegen keine Daten vor
Es liegen keine Daten vor.
Nebenwirkungen
ØEs liegen keine Daten vor
Es liegen keine Daten vor.
Aktiver Wirkstoff
Talazoparib
Zweckmäßige Vergleichstherapie
Patientenindividuelle Therapie unter Auswahl von
- Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist),
- Enzalutamid (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet),
- Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon und
- Olaparib als Monotherapie (nur für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch), deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist)
unter Berücksichtigung der Vortherapie(n) und des BRCA1/2-Mutationsstatus.
„Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Talazoparib:
„Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.“
In diesem Anwendungsgebiet wurden der Fragestellung für die Nutzenbewertung zwei Patientengruppen zugrunde gelegt. Diese unterscheiden sich darin, ob die Patienten eine vorherige Therapie oder keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben:
a) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
und
b) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
zu a)
Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie oder Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus.
Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Daten der Studie TALAPRO-2 vor. In Teil 2 dieser zweiteiligen randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Phase III Studie wurden Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben im Verhältnis 1:1 in den Behandlungs- (Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid) sowie den Kontrollarm (Enzalutamid) randomisiert. Die Bewertung basiert auf dem FDA-Datenschnitt der Studie TALAPRO-2 vom 28. März 2023.
Für die Nutzenbewertung wurden die vom IQWiG metaanalytisch zusammengefassten Daten der nicht überlappenden Auswertungs-Kohorten 1 (Patienten ohne HRR-Defizienz) und 2 (Patienten mit HRR-Defizienz) zur Bewertung des Zusatznutzens herangezogen.
Bei mehreren Endpunkten zeigt sich konsistent eine Effektmodifikation durch das Merkmal „HRR-Gen-Mutationsstatus“. Daher wurde eine getrennte Bewertung des Zusatznutzens für Erwachsene ohne HRR-Defizienz und Erwachsene mit HRR-Defizienz vorgenommen:
a) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz
a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz
zu b)
Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst eine patientenindividuelle Auswahl von Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie sowie Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus und unter Berücksichtigung der Vortherapie(n) und des BRCA1/2-Mutationsstatus.
Zu dieser Patientengruppe liegen keine Daten vor, die eine Bewertung des Zusatznutzens ermöglichen. Ein Zusatznutzen ist daher nicht belegt.
a2) Erwachsene mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben; Erwachsene mit HRR-Defizienz
Zusatznutzen
Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid:
a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt
Erheblich
Beträchtlich
Gering
Nicht quantifizierbar
Ist nicht belegt: Es ist kein Zusatznutzen belegt
Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
Mortalität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied.
Morbidität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
Vorteile in den Symptomskalen „Schmerzen“ und „Symptome des Harntraktes“; Nachteile in den Symptomskalen „Übelkeit und Erbrechen“, „Fatigue“, „Dyspnoe“ und „Appetitverlust“; insgesamt keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.
Lebensqualität
↔Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied
In der Gesamtschau aller Ergebnisse kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied; für die Funktionsskala „körperliche Funktion“ zeigt sich ein positiver Effekt.
Nebenwirkungen
↓Negativer Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
Nachteile in schweren UEs, SUEs und Abbruch wegen UEs. Im Detail Nachteile bei einzelnen spezifischen UEs.
Aktiver Wirkstoff
Talazoparib
Zweckmäßige Vergleichstherapie
‒ Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Docetaxel-haltigen Chemotherapie progredient ist; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist)
oder
‒ Enzalutamid (nur für Patienten, deren Erkrankung während oder nach einer Chemotherapie mit Docetaxel fortschreitet; nur für Patienten mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf der Erkrankung nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie noch nicht klinisch indiziert ist)
oder
‒ Olaparib als Monotherapie (nur für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen (in der Keimbahn und/oder somatisch), deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist)
oder
‒ Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon (nur für Patienten mit BRCA-Mutationen sowie für Patienten ohne BRCA-Mutationen mit symptomatischem Verlauf der Erkrankung)
„Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Talazoparib:
„Talzenna wird in Kombination mit Enzalutamid zur Behandlung erwachsener Patienten mit metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakarzinom (metastatic castration-resistant prostate cancer, mCRPC) angewendet, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist.“
In diesem Anwendungsgebiet wurden der Fragestellung für die Nutzenbewertung zwei Patientengruppen zugrunde gelegt. Diese unterscheiden sich darin, ob die Patienten eine vorherige Therapie oder keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben:
a) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
und
b) Erwachsene mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die bereits eine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben
zu a)
Die zweckmäßige Vergleichstherapie umfasst Abirateronacetat in Kombination mit Prednison oder Prednisolon, Enzalutamid, Olaparib als Monotherapie oder Olaparib in Kombination mit Abirateronacetat und Prednison oder Prednisolon jeweils entsprechend des Zulassungsstatus.
Für die Nutzenbewertung legt der pharmazeutische Unternehmer Daten der Studie TALAPRO-2 vor. In Teil 2 dieser zweiteiligen randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Phase III Studie wurden Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist und die keine vorherige Therapie des mCRPC erhalten haben im Verhältnis 1:1 in den Behandlungs- (Talazoparib + Enzalutamid) sowie den Kontrollarm (Enzalutamid) randomisiert. Die Bewertung basiert auf dem FDA-Datenschnitt der Studie TALAPRO-2 vom 28. März 2023.
Für die Nutzenbewertung wurden die vom IQWiG metaanalytisch zusammengefassten Daten der nicht überlappenden Auswertungs-Kohorten 1 (Patienten ohne HRR-Defizienz) und 2 (Patienten mit HRR-Defizienz) zur Bewertung des Zusatznutzens herangezogen.
Bei mehreren Endpunkten zeigt sich konsistent eine Effektmodifikation durch das Merkmal „HRR-Gen-Mutationsstatus“. Daher wurde eine getrennte Bewertung des Zusatznutzens für Erwachsene ohne HRR-Defizienz und Erwachsene mit HRR-Defizienz vorgenommen:
a1) Erwachsene ohne HRR-Defizienz
a2) Erwachsene mit HRR-Defizienz
zu a2)
In der Endpunktkategorie Mortalität zeigt sich in der Metaanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied. Bei Betrachtung der Ergebnisse zum Gesamtüberleben bei Patienten mit HRR-Defizienz zeigt sich zwar ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid, jedoch ohne statistisch signifikanten Interaktionstest. Vor diesem Hintergrund ist keine Ableitung eines Zusatznutzens erlaubt.
In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse zur Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich sowohl positive als auch negative Effekte, sodass insgesamt weder ein Vor- noch ein Nachteil in der Morbidität abgeleitet werden kann.
Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigen sich keine bewertungs-relevanten Unterschiede.
Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lassen sich für Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid Nachteile feststellen.
Somit liegen in den Endpunktkategorien Mortalität, Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität weder Vor- noch Nachteile vor. In der Endpunktkategorie Nebenwirkungen zeigen sich dagegen Nachteile. In einer Abwägungsentscheidung wird vom G-BA festgestellt, dass ein Zusatznutzen für Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid gegenüber Enzalutamid für Patienten mit unvorbehandeltem mCRPC und mit HRR-Defizienz nicht belegt ist.