Brineura
Cerliponase alfa
ATC-Gruppe A16AB Enzyme
Ergebnis auf einen Blick
Zusatznutzen
ErheblichAussagesicherheit
Anhaltspunkt
- Mortalität
- Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
- Morbidität
- Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit
- Lebensqualität
- Nicht bewertbar
- Nebenwirkungen
- Nicht bewertbar
So lesen Sie die Symbole
- ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
- ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
- ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
- ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
- ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
- n.b.: nicht bewertbar
- Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Brineura ist angezeigt zur Behandlung der neuronalen Ceroid-Lipofuszinose (NCL) Typ 2, auch als Tripeptidyl-Peptidase 1 (TPP1) -Mangel bezeichnet.
Patientengruppe
Patientinnen und Patienten mit neuronaler Ceroid-Lipofuszinose (NCL) Typ 2, auch als Tripeptidyl-Peptidase 1 (TPP1)-Mangel bezeichnet
Zusatznutzen
Ausmaß des Zusatznutzens und Aussagekraft der Nachweise von Cerliponase alfa:
Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen
Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen
- Beleg
- Hinweis
- Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
- Erheblich: Nachhaltige und bisher nicht erreichte große Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Heilung, erhebliche Verlängerung der Überlebensdauer, langfristige Freiheit von schwerwiegenden Symptomen, weitgehende Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen
- Beträchtlich
- Gering
- Nicht quantifizierbar
- Ist nicht belegt
- Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
| Mortalität | Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit | Vorteil im Gesamtüberleben (historischer Vergleich) |
|---|---|---|
| Morbidität | Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit | Vorteile in den motorischen Fähigkeiten und im Sprachvermögen (historischer Vergleich) |
| Lebensqualität | Nicht bewertbar | Es liegen keine bewertbaren Daten vor |
| Nebenwirkungen | Nicht bewertbar | Es liegen keine bewertbaren Daten vor |
Aktiver Wirkstoff
Cerliponase alfa
Zweckmäßige Vergleichstherapie
k. A.
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die erneute Nutzenbewertung des Wirkstoffes Cerliponase alfa (Brineura) aufgrund des Ablaufes der Befristung des Beschlusses vom 21. Dezember 2017. Brineura wurde als Orphan Drug unter „außergewöhnlichen Umständen“ zur Behandlung der neuronalen Ceroid-Lipofuszinose (NCL) Typ 2, auch als Tripeptidyl-Peptidase 1 (TPP1) -Mangel bezeichnet, zugelassen.
Der pharmazeutische Unternehmer legt Daten und drei indirekte Vergleiche ohne Brückenkomparator für die einarmigen Interventionsstudien 190-201/202 und 190-203, sowie für die einarmige Registerstudie DEM CHILD gegenüber externen Kontrollpopulationen der Studie 190-901 zum natürlichen Krankheitsverlauf vor. Darüber hinaus liegen Daten für die einarmige Sicherheitsstudie 190-504 vor. Trotz der Unsicherheiten, die mit den historischen Vergleichen verbunden sind, erscheint die Berücksichtigung der historischen Vergleiche in Summe auf Basis der sehr seltenen Erkrankung, der pädiatrischen Patientenpopulation und des deterministischen Krankheitsverlaufs gerechtfertigt.
Darüber hinaus liegen für die aktuelle Nutzenbewertung Daten für eine längerfristige Therapie mit Cerliponase alfa vor (mediane Behandlungsdauer bis zu 286 Wochen), die die bereits im Erstverfahren gezeigten Vorteile in der Morbidität erhärten und um einen Vorteil in der Mortalität erweitern.
In der Kategorie Mortalität zeigt sich ein deutlicher Vorteil einer Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf. Aufgrund der Größe und der Konsistenz des ermittelten Unterschiedes wird davon ausgegangen, dass ausgeschlossen werden kann, dass der Unterschied allein auf einer systematischen Verzerrung durch den historischen Vergleich beruht. Gleichfalls liegt in der Kategorie Morbidität ein deutlicher und konsistenter Vorteil für eine Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber der unbehandelten Kontrolle bezüglich der motorischen Fähigkeiten und des Sprachvermögens (gemessen mittels M/L-Skala/ HML-Skala) vor, der durch die genannten Unsicherheiten der historischen Vergleiche nicht infrage gestellt wird.
Unter der Behandlung mit Cerliponase alfa konnte keine Verbesserung der Lebensqualität festgestellt werden. Da keine Daten zu unerwünschten Ereignissen in der historischen Kontrollkohorte vorliegen, ist ein Vergleich gegenüber dem bisherigen symptomatischen Therapieansatz bei Vorliegen einer neuronalen Ceroid-Lipofuszinose Typ 2 weiterhin nicht möglich. Es liegen jedoch längerfristige Sicherheitsdaten vor, die das Nebenwirkungsprofil Cerliponase alfas aus der Erstbewertung bestätigen.
Die Vorteile einer Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf beim Endpunkt Gesamtüberleben und in der Morbidität werden in ihrem Ausmaß als erheblich eingestuft.
Insgesamt wird ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet, da die gezeigten Vorteile einer Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf in der Mortalität und Morbidität durch die Unsicherheiten der historischen Vergleiche in ihrer Aussagesicherheit eingeschränkt sind. In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen von Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf festgestellt.
Der pharmazeutische Unternehmer legt Daten und drei indirekte Vergleiche ohne Brückenkomparator für die einarmigen Interventionsstudien 190-201/202 und 190-203, sowie für die einarmige Registerstudie DEM CHILD gegenüber externen Kontrollpopulationen der Studie 190-901 zum natürlichen Krankheitsverlauf vor. Darüber hinaus liegen Daten für die einarmige Sicherheitsstudie 190-504 vor. Trotz der Unsicherheiten, die mit den historischen Vergleichen verbunden sind, erscheint die Berücksichtigung der historischen Vergleiche in Summe auf Basis der sehr seltenen Erkrankung, der pädiatrischen Patientenpopulation und des deterministischen Krankheitsverlaufs gerechtfertigt.
Darüber hinaus liegen für die aktuelle Nutzenbewertung Daten für eine längerfristige Therapie mit Cerliponase alfa vor (mediane Behandlungsdauer bis zu 286 Wochen), die die bereits im Erstverfahren gezeigten Vorteile in der Morbidität erhärten und um einen Vorteil in der Mortalität erweitern.
In der Kategorie Mortalität zeigt sich ein deutlicher Vorteil einer Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf. Aufgrund der Größe und der Konsistenz des ermittelten Unterschiedes wird davon ausgegangen, dass ausgeschlossen werden kann, dass der Unterschied allein auf einer systematischen Verzerrung durch den historischen Vergleich beruht. Gleichfalls liegt in der Kategorie Morbidität ein deutlicher und konsistenter Vorteil für eine Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber der unbehandelten Kontrolle bezüglich der motorischen Fähigkeiten und des Sprachvermögens (gemessen mittels M/L-Skala/ HML-Skala) vor, der durch die genannten Unsicherheiten der historischen Vergleiche nicht infrage gestellt wird.
Unter der Behandlung mit Cerliponase alfa konnte keine Verbesserung der Lebensqualität festgestellt werden. Da keine Daten zu unerwünschten Ereignissen in der historischen Kontrollkohorte vorliegen, ist ein Vergleich gegenüber dem bisherigen symptomatischen Therapieansatz bei Vorliegen einer neuronalen Ceroid-Lipofuszinose Typ 2 weiterhin nicht möglich. Es liegen jedoch längerfristige Sicherheitsdaten vor, die das Nebenwirkungsprofil Cerliponase alfas aus der Erstbewertung bestätigen.
Die Vorteile einer Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf beim Endpunkt Gesamtüberleben und in der Morbidität werden in ihrem Ausmaß als erheblich eingestuft.
Insgesamt wird ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet, da die gezeigten Vorteile einer Behandlung mit Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf in der Mortalität und Morbidität durch die Unsicherheiten der historischen Vergleiche in ihrer Aussagesicherheit eingeschränkt sind. In der Gesamtschau wird ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen von Cerliponase alfa gegenüber dem natürlichen Krankheitsverlauf festgestellt.
Datenstand: 29.10.2026