Hemangiol
Propranolol
ATC-Gruppe C07AA Beta-Adrenozeptorantagonisten, nichtselektiv
Übersicht der Subpopulationen
2 Subpopulationen mit unterschiedlichem Ergebnis
- Erheblich (b)
- Nicht quantifizierbar (a)
| Übersicht der Subpopulationen | Patientengruppen | Zusatznutzen | Aussagesicherheit | Mortalität | Morbidität | Lebensqualität | Nebenwirkungen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| a) | Patientinnen und Patienten mit Lebens- oder funktionsbedrohendem Hämangiom, und Patientinnen und… | Nicht quantifizierbar | Anhaltspunkt | Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied | Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit | Es liegen keine Daten vor | Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit |
| b) | Patientinnen und Patienten mit Hämangiom, bei dem die Gefahr von bleibenden Narben oder… | Erheblich | Hinweis | Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied | Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit | Es liegen keine Daten vor | Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied |
So lesen Sie die Symbole
- ↑↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
- ↑ positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
- ↔ kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
- ↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
- ↓↓ negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
- n.b.: nicht bewertbar
- Ø Es liegen keine Daten vor
Anwendungsgebiet
Propranolol (Hemangiol) ist zur Behandlung proliferativer infantiler Hämangiome, die eine systemische Therapie erfordern, angezeigt: - Lebens- oder funktionsbedrohendes Hämangiom - Ulzeriertes Hämangiom, das Schmerzen verursacht und/ oder nicht auf einfache Wundpflegemaßnahmen…Gesamten Text anzeigen
Anwendungsgebiet
Propranolol (Hemangiol) ist zur Behandlung proliferativer infantiler Hämangiome, die eine systemische Therapie erfordern, angezeigt: - Lebens- oder funktionsbedrohendes Hämangiom - Ulzeriertes Hämangiom, das Schmerzen verursacht und/ oder nicht auf einfache Wundpflegemaßnahmen anspricht - Hämangiom, bei dem die Gefahr von bleibenden Narben oder Entstellung besteht. Die Therapie wird bei Säuglingen zwischen 5 Wochen und 5 Monaten begonnen.
Subpopulation a)
Zusatznutzen
Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.
- Beleg
- Hinweis
- Anhaltspunkt: Eine kleine Studie, Studie mit relevanten Unsicherheiten, indirekte Vergleiche, historische Kontrollen etc. liegt vor
- Erheblich
- Beträchtlich
- Gering
- Nicht quantifizierbar: Die wissenschaftliche Datengrundlage lässt keine Quantifizierung zu
- Ist nicht belegt
- Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
| Mortalität | Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied | Es traten keine Todesfälle auf. |
|---|---|---|
| Morbidität | Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit | Vorteil bei vollständige/nahezu vollständige Rückbildung der sichtbaren Komponente des Zielhämangioms in Woche 24, unter Berücksichtigung der Daten zu Patientinnen und Patienten mit höherem Schweregrad. |
| Lebensqualität | Es liegen keine Daten vor | Es liegen keine Daten vor. |
| Nebenwirkungen | Positiver Effekt bei niedriger oder unklarer Aussagesicherheit | Vorteil durch Verringerung schwerwiegender Nebenwirkungen, die durch eine Glukokorticoid-Behandlung hervorgerufen werden. |
Aktiver Wirkstoff
Propranolol
Zweckmäßige Vergleichstherapie
eine patientenindividuell ausgerichtete Behandlung Die Angaben in den jeweiligen Fachinformationen der zur Behandlung eingesetzten Arzneimittel sind zu beachten.
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
In dem zu betrachtenden Anwendungsgebiet wurden 3 Patientengruppen unterschieden:
- Patienten mit Lebens- oder funktionsbedrohendem Hämangiom,
- Patienten mit ulzeriertem Hämangiom, das Schmerzen verursacht, und/oder nicht auf einfache Wundpflegemaßnahmen anspricht
- Patienten mit Hämangiom, bei dem die Gefahr von bleibenden Narben oder Entstellung besteht
Die vom G-BA bestimmte zweckmäßige Vergleichstherapie für diese Patientengruppen ist „eine patientenindividuell ausgerichtete Behandlung“.
Für die Nutzenbewertung wird die einarmige Studie V00400SB 102, Daten aus einem Compassionate Use Program (CUP) und Daten aus einer Literaturrecherche herangezogen. Die Daten stützen die Ergebnisse der randomisierten, kontrollierten Phase-II/III-Studie V00400SB 201 und ermöglichen die Extrapolation auf Patient:innen mit höherem Schweregrad.
In der Studie 201 traten keine Todesfälle über die gesamte Beobachtungsdauer von 96 Wochen auf.
Für Patientinnen und Patienten mit proliferativem Hämangiom höheren Schweregrades wird bezüglich der Rückbildung der sichtbaren Komponente des Zielhämangioms in Woche 24 von einer Übertragbarkeit des festgestellten Zusatznutzens bei Hämangiomen, bei denen die Gefahr von bleibenden Narben oder Entstellung besteht (Patientengruppe c)), ausgegangen.
Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie 201 nicht erhoben.
Zudem ergibt sich eine Verringerung schwerwiegender Nebenwirkungen mit ggf. Folgekomplikationen, die durch eine Behandlung mit Glucocorticoiden hervorgerufen werden. Demgegenüber stehen Nebenwirkungen unter einer Behandlung mit Propranolol, die in ihrer Schwere und Bedeutung für den Patienten vor dem Hintergrund der Schwere der Erkrankung insgesamt in Ausmaß und Häufigkeit, insbesondere der schwerwiegenden Nebenwirkungen, als geringfügiger und gut kontrollierbar und behandelbar eingestuft werden.
Aufgrund der Recherchemethodik kann nicht sicher ausgeschlossen werden, dass die aus der Literaturrecherche resultierende Datenbasis unvollständig ist.
In der Gesamtschau liegt für Propranolol ein Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen vor, weil die wissenschaftliche Datenlage dies zum derzeitigen Zeitpunkt nicht zulässt.
Subpopulation b)
Zusatznutzen
Hinweis für einen erheblichen Zusatznutzen.
- Beleg
- Hinweis: Eine gute, größere Studie liegt vor
- Anhaltspunkt
- Erheblich: Nachhaltige und bisher nicht erreichte große Verbesserung des therapierelevanten Nutzens: Heilung, erhebliche Verlängerung der Überlebensdauer, langfristige Freiheit von schwerwiegenden Symptomen, weitgehende Vermeidung schwerwiegender Nebenwirkungen
- Beträchtlich
- Gering
- Nicht quantifizierbar
- Ist nicht belegt
- Geringerer Nutzen
Endpunktübersicht
| Mortalität | Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied | Es traten keine Todesfälle auf. |
|---|---|---|
| Morbidität | Positiver Effekt bei hoher Aussagesicherheit | Vorteil bei vollständiger/nahezu vollständiger Rückbildung der sichtbaren Komponente des Zielhämangioms in Woche 24. |
| Lebensqualität | Es liegen keine Daten vor | Es liegen keine Daten vor. |
| Nebenwirkungen | Kein statistisch signifikanter oder relevanter Unterschied | Insgesamt keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede; im Detail Nachteile in spezifischen UE. |
Aktiver Wirkstoff
Propranolol
Zweckmäßige Vergleichstherapie
eine patientenindividuell ausgerichtete Behandlung Die Angaben in den jeweiligen Fachinformationen der zur Behandlung eingesetzten Arzneimittel sind zu beachten.
Zusammenfassung der tragenden Gründe des G-BAs
In dem zu betrachtenden Anwendungsgebiet wurden 3 Patientengruppen unterschieden:
- Patienten mit Lebens- oder funktionsbedrohendem Hämangiom,
- Patienten mit ulzeriertem Hämangiom, das Schmerzen verursacht, und/oder nicht auf einfache Wundpflegemaßnahmen anspricht
- Patienten mit Hämangiom, bei dem die Gefahr von bleibenden Narben oder Entstellung besteht
Die vom G-BA bestimmte zweckmäßige Vergleichstherapie für diese Patientengruppe ist „eine patientenindividuell ausgerichtete Behandlung“.
Für die Nutzenbewertung von Propranolol wird die doppelblinde, placebokontrollierte, multizentrische, 5-armige Phase II/III-Zulassungsstudie V00400SB 201 herangezogen, in der Propanolol in 4 verschiedenen Dosieruungen gegenüber Placebo (abwartendes Vorgehen) bei Kindern im Alter von 35 bis 150 Tagen mit einem proliferativen infantilen Hämangiom, das eine systemische Therapie erfordert, untersucht wurde. Für die vorliegende Bewertung ist nur die Patientengruppe relevant, die Propranolol in der zulassungskonformen Dosierung nach entsprechender, fachinformationskonformer Titrationsphase für insgesamt 6 Monate erhielten.
In der Studie 201 traten keine Todesfälle über die gesamte Beobachtungsdauer von 96 Wochen auf.
Für die Endpunktkategorie Morbidität zeigt sich für den Endpunkt vollständige/nahezu vollständige Rückbildung der sichtbaren Komponente des Zielhämangioms in Woche 24 ein statistisch signifikanter Vorteil zugunsten von Propanolol. Es zeigen sich für keine weiteren Morbiditätsendpunkte statistisch signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität wurden in der Studie 201 nicht erhoben.
Hinsichtlich der Nebenwirkungen zeigen sich bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (UE) bzw. bei Abbruch wegen UE keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen. Im Detail zeigen sich bei den UE von besonderem Interesse (Infektionen, parasitäre Erkrankungen sowie Diarrhoe) statistisch signifikante Ergebnisse zuungunsten von Propranolol. Für weitere UE von besonderem Interesse (Schlafstörungen, Bronchospasmus, Hypoglykämie, Bronchitis, Hypotonie und Bradykardie) zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen.
Aufgrund des bedeutsamen Unterschieds in den Behandlungsdauern zwischen den Studienarmen, bestehen Unsicherheiten in der Interpretation der Ergebnisse.
In der Gesamtschau stellt der G-BA für Propranolol gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie einen Hinweis für einen erheblichen Zusatznutzen fest.
Datenstand: 29.10.2026